Ernährung

Gegen Verschwendung: Mikrowellen machen Brot 60 Tage haltbar

Mikrowellen töten die Sporen von Schimmelpilzen im Brot ab, wodurch sich dessen Haltbarkeit deutlich erhöht. Die Forscher hoffen auf eine große Akzeptanz beim Verbraucher, erstes Interesse zeigt sich bereits von Seiten der Großbäckereien.

Im Jahr 2011 landeten pro Bundesbürger 81,6 Kilogramm Lebensmittel im Müll. Diese Zahlen gab das Bundesverbraucherministerium im vergangenen Frühjahr bekannt. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch, wenn man andere Länder betrachtet. So werden in den USA jährlich rund 40 Prozent aller Lebensmittel im Wert von 165 Milliarden US-Dollar weggeworfen. Viele davon, weil sie zu schnell verderben und ungenießbar werden.

Das amerikanische Unternehmen Mikrozap hat jetzt ein Konservierungsverfahren vorgestellt, mit dem sich Nahrungsmittel länger haltbar machen lassen. An der Technischen Universität Lubbock (Texas/USA) wurde Brot einer Mikrowellenbehandlung unterzogen, so dass es bis zu 60 Tage haltbar wurde. Normalerweise würde Brot innerhalb von 10 Tagen anfangen zu schimmeln. Dafür verantwortlich ist ein unter dem Namen Brotschimmel bekannter Pilz, dessen Sporen in jedem Brot enthalten sind.

Nach dem Backen ist Brot rund zehn Tage haltbar. Danach kommt es häufig zu Schimmelbefall. (Wikimedia/Charles Oki)

Nach dem Backen ist Brot rund zehn Tage haltbar. Danach kommt es häufig zu Schimmelbefall. (Wikimedia/Charles Oki)

Zur Behandlung der Lebensmittel nutzte Mikrozap einen Apparat, der sonst für die Abtötung von Salmonellen und Bakterien verwendet wird. Zehn Sekunden lang bestrahlten die Forscher darin ein Stück Brot. „Wir behandelten eine Scheibe Brot in dem Gerät. Danach unterzogen wir die Menge der Sporen, die sich über die Zeit gebildet hatten, einer Kontrolle”, erklärte Mikrozap-Chef John Stull der BBC. Dabei stellten die Wissenschaftler um Stull fest, dass die behandelte Brotprobe nach 60 Tagen die gleiche Menge an Schimmelsporen beinhaltete wie ein ofenfrisches Stück. Die Mikrowellen hatten demnach alle Sporen abgetötet und ihre Neubildung verlangsamt.

Die eingesetzte Technologie unterscheidet sich kaum von der einer im Haushalt üblichen Mikrowelle. Nur werden die Lebensmittel darin so gleichmäßig bestrahlt, dass „man nicht die heißen und kalten Stellen erhält wie in einer Mikrowelle zu Hause”, erklärt Stull. Mikrozap kann so dazu beitragen, die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln zu reduzieren, denn das Verfahren kann auch bei anderen Lebensmitteln wie frischem Obst, Gemüse und Fleisch angewendet werden.

Schon jetzt stößt die Entwicklung auf Interesse von Seiten der Großbäckereien. Dort könnten nach Ansicht von Stull große Mengen an Konservierungsmitteln und anderer Chemikalien zu deren Überdeckung gespart werden. Doch befürchtet die Bäckereibranche infolge der neuen Verfahrenstechnik steigende Kosten. Das größte Problem bei der Einführung ihrer Konservierungstechnik sehen die Entwickler jedoch beim Verbraucher, wie Stull einräumt: „Wir müssen eine gewisse Akzeptanz bei den Kunden erreichen. Die meisten kaufen nach Gefühl. Und nur wenn wir es schaffen, dass die Kunden ein Gefühl von Qualität bekommen, werden sie es möglicherweise akzeptieren.” Dann muss man es sich nur noch schmecken lassen.

Kommentare

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  1. Tja, da bestimmt viele Leute, wenn sie nur das Wort „bestrahlen“ hören, glauben, das Brot würde durch diese Behandlung radioaktiv, wird das wohl nix mit der Akzeptanz bei der Bevölkerung *g*