Krankenkassen

BKK: Drei Euro für die Gesundheitsvorsorge sind zu wenig

Nächstes Jahr stünden den Kassen minimal höhere Mittel der Gesundheitsförderung zur Verfügung. Angesichts der steigenden Krankenstände fordert die BKK mehr Geld. Nur so können die erforderlichen Leistungen von den Kassen erbracht werden.

Die gesetzlichen Krankenkassen können für das Jahr 2013 auf 3,01 Euro pro Versicherten zur Durchführung gesundheitsfördernder Maßnahmen zurückgreifen. Mit diesen Geldern finanzieren sie Nichtraucherkurse, Programme zur richtigen Ernährung oder Schulungen zum Thema Rückenschonung am Arbeitsplatz. Die Mittel für das kommende Jahr liegen damit um sieben Cent höher als in 2012.

Jedes Jahr legt der Gesetzgeber fest, wie viel Geld die Kassen maximal für präventive Programme ausgeben dürfen. Wird der Betrag überschritten, drohen Einschnitte. Dabei haben die Kassen seit dem Jahr 2000 einen diesbezüglichen gesetzlichen Auftrag. Dieser schreibt ihnen vor, den Versicherten gesundheitsfördernde Maßnahmen anzubieten. Einige Kassen, wie die BKK, hatten schon vorher derartige Schulungen in Betrieben und anderen Einrichtungen durchgeführt.

Seit 2000 müssen Krankenkassen gesundheitsfördernde Schulungen anbieten. (Foto: Flickr/boellstiftung)

Seit 2000 müssen Krankenkassen gesundheitsfördernde Schulungen anbieten. (Foto: Flickr/boellstiftung)

Als einer der Vorreiter auf diesem Gebiet hat die BKK seitdem vor allem die betriebliche Gesundheitsförderung vorangetrieben. „Mit Überzeugung und mit erheblichem Erfolg”, wie Reinhard Brücker, der Vorsitzende der BKK, anmerkt. Dennoch sieht Brücker in den kommenden Jahren dringenden Handlungsbedarf. Das zeigen die „steigenden Krankenstände auch in unseren Trägerbetrieben”, erklärt Brücker. Vor allem beim „Schwerpunkt psychischer Belastung am Arbeitsplatz” sieht er Nachholbedarf.

Zwar hat die Politik angekündigt, Kassen und Unternehmen bei der Gesundheitsvorsorge zu stärken. Doch sind die bisherigen gesetzlichen Regelungen wenig hilfreich. „Wir könnten mehr tun, wenn wir die Finanzhoheit für diesen Ausgabenbereich hätten”, erklärt Brücker. Die 3,01 Euro seien ein „unzureichender Richtwert.” Er fordert daher klare Gesundheitsziele des Bundes und eindeutige Rahmenbedingungen. Nur so können die Kassen das vom Gesetzgeber geforderte Engagement erbringen.

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