Bakterien

Passivrauchen verursacht Infektionen bei Kindern

Durch Zigarettenrauch können sich Bakterien, sogenannte Meningokokken, bilden, die zu den Hauptursachen von Hirnhautentzündungen bei Kindern zählen. Im Gegensatz zu Erwachsenen zeigen Kinder keine eindeutigen Symptome, wodurch eine frühzeitige Diagnose erschwert wird.

Etwa zehn Prozent aller Europäer weisen Spuren der für die Infektionen verantwortlichen Meningokokken im Nasenrachenraum auf. Aber nur in den wenigsten Fällen bilden diese eine Krankheit aus. Kommt es doch zu einer infektiösen Ausbreitung, stellt diese eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit dar. Von Meningokokken ausgelöste Infekte sind beispielsweise die Hauptursache für den Ausbruch von Hirnhautentzündungen. Aber auch Blutvergiftungen können die Folge sein.

Bei Erwachsenen macht sich eine Infektion beispielsweise durch Fieber und Bewusstseinsstörungen bemerkbar. Am häufigsten tritt eine Infektion jedoch bei Kindern unter vier Jahren auf. Im Gegensatz zu Erwachsenen zeigen diese keine eindeutigen Symptome. Das erschwert eine frühzeitige Diagnose. Bei Kindern endet auch heute noch eine von 20 Infektionen tödlich. Rund 16 Prozent aller erkrankten Kinder tragen bleibende Schäden davon.

Eine Studie zeigt, dass passives Rauchen bei Kindern die Wahrscheinlichkeit erhöht, an einer bakteriellen Infektion zu erkranken. (Foto: Wikimedia/Zivya)

Eine Studie zeigt, dass passives Rauchen bei Kindern die Wahrscheinlichkeit erhöht, an einer bakteriellen Infektion zu erkranken. (Foto: Wikimedia/Zivya)

Britische Forscher konnten jetzt eine der Ursachen für das gehäufte Auftreten von Meningokokken-Infektionen bei Kindern aufzeigen. Rachael Murray und Jo Leonardi-Bee von der Universität Nottingham sichteten hierzu insgesamt 18 Studien über den Zusammenhang von Passivrauchen und Meningokokken-Erkrankungen bei Kindern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die beiden im Fachjournal BMC Public Health. Darin kommen die Forscher zu dem Ergebnis, dass Kinder, die zu Hause Zigarettenrauch ausgesetzt sind, doppelt so häufig an Meningokokken-Infektionen erkranken.

Dabei gilt, je jünger das Kind, desto größer ist die Gefahr. Bei Müttern, die während der Schwangerschaft rauchten, betrug die Anzahl der Krankheitsfälle daher das Dreifache des Normalwertes. „Wir gehen davon aus, dass allein in Großbritannien 630 Fälle von Meningokokken-Infektion während der Kindheit auf Passivrauchen zurückzuführen sind”, erklärt Murray. Noch wissen die Forscher nicht, auf welche Weise der Rauch genau auf die Kinder einwirkt. Doch belegen die Untersuchungen einen eindeutigen Zusammenhang. „Eltern sind daher dazu angehalten, zu Hause und in der Gegenwart von Kindern nicht zu rauchen”, fordert Murray.

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