Erziehung

Streit unter Geschwistern führt zu Depressionen

Hausregeln können Familien dabei helfen, ihre Kinder frei von Angstzuständen und Depressionen zu erziehen. Beim Gebrauch von Spielzeug oder dem Betreten von bestimmten Räumlichkeiten, können klare Regeln dazu beitragen, Streitigkeiten zu minimieren.

Eine langfristige Studie von Psychologen der Universität in Missouri, USA, hat herausgestellt, dass Streitigkeiten unter Geschwistern zu Depressionen und Angstzuständen bei den Kindern führen können. Dabei ist es egal, um welche Themen es bei den Streits geht.

Junge Geschwister können oft nicht gut teilen oder mit Besitz umgehen. Auseinandersetzungen über begehrte Geschenke zur Weihnachtszeit wie zum Beispiel Videospiele oder Kleidungsstücke können die Zeit nach den Feiertagen mit Frust aufladen. Aber nicht nur Eigentumsfragen, sondern auch Verletzungen der Privatsphäre stehen im Vordergrund der US-Studie.

Geschwister, die sich oft streiten, sind später anfälliger für Depressionen. (Foto: Flickr/EdYourdon)

Geschwister, die sich oft streiten, sind später anfälliger für Depressionen. (Foto: Flickr/EdYourdon)

„Unsere Resultate zeigen, dass Eigentumskonflikte und Verletzungen des privaten Raums genau ein Jahr später zu größerer Angst und einem geringeren Selbstwertgefühl“ führen können, sagt Nicole Campione-Barr vom Missouri College of Arts and Science.

In der Studie wurden 145 Geschwister-Paare meist europäischer und amerikanischer Abstammung für ein Jahr lang untersucht. Eine Gruppe der 15-Jährigen sollte die unterschiedlichen Konfliktarten anhand ihrer Häufigkeit und ihrer Intensität bewerten. Dabei ging es einerseits um die Verletzung des persönlichen Raumes und andererseits um Auseinandersetzungen über Fairness und Gleichheit.

Anschließend wurden Ergebnisse aus diesen Befragungen mit den Aussagen der Teenager über schlechte Stimmung, Angstzustände und ihr Selbstwertgefühl verglichen und nach Zusammenhängen gesucht. „Obwohl die Eltern als Schlichter eingreifen können, haben ältere Studien bereits gezeigt, dass Interventionen in Konflikte für die Heranwachsenden schädlich sein können“, so Campione-Barr.

Regeln im Gebrauch von Spielzeug oder beim Betreten von bestimmten Räumlichkeiten können dabei helfen, solche Streitigkeiten zu minimieren. Eltern sollten auch eingreifen, wenn eines ihrer Kinder stets den Kürzeren zieht und zu sehr von dem anderen Kind dominiert wird. „Wenn die meisten Interaktionen der Geschwister intensive Konflikte sind, sollten Familien professionelle Hilfe in Anspruch nehmen – vor allem, wenn Gewalt im Spiel ist“, fordert Campione-Barr.

Die Studie wurde in der Zeitschrift Child Development veröffentlicht. Der nächste Schritt der Forschung konzentriert sich auf die positiven Auswirkungen vom Familienleben auf Geschwisterkinder. Starkes Vertrauen unter Geschwistern kann für das spätere soziale Leben Erfolg versprechen.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *