Medikamente

Tomatenpille reduziert Herzinfarkt-Risiko

Der Wirkstoff Lycopen wird aus der Haut von Tomaten gewonnen. Auch die Ausbreitung von Krebs soll dadurch vermindert werden. Die beste Vorsorge sei aber immer noch eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse.

Im Kampf gegen die häufigsten Todesursachen wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte haben Forscher eine neue Pille entwickelt, die den Wirkstoff Lycopen enthält. Lycopen ist in der Haut von Tomaten enthalten und war bislang nur dafür bekannt, verstopfte Arterien von Ablagerungen zu befreien.

Eine weitere Studie hat jetzt belegt, dass der natürliche Wirkstoff die Blutgefäße von Patienten reinigt, den Blutfluss somit erhöht und durch fortgeschrittenes Alter verhärtete Arterien wieder elastischer macht. Diese Eigenschaften sollen dazu beitragen, die Risiken von Herz-Kreislauf-Krankheiten zu verringern.

Die Chemikalie Lycopen ist in der Haut von Tomaten enthalten und Wirkstoff für neue Medikamente. (Foto: Flickr/andrijbulba)

Die Chemikalie Lycopen ist in der Haut von Tomaten enthalten und Wirkstoff für neue Medikamente. (Foto: Flickr/andrijbulba)

Langzeitstudien müssen die Wirkung der Pille jedoch noch bestätigen. Die Signale seien jedoch gut, dass es durch das neue Medikament zu weniger Schlaganfällen und Herzattacken kommen könne, sagte Ian Wilkinson, Direktor der Universitätsklinik in Cambridge einem Bericht des Telegraph zufolge. Die Resultate seien jetzt schon besser, als erwartet.

Das leicht veränderte Lycopen gelangt einfacher in die Blutbahn des Patienten und wirkt direkt an den Zellen des Endothels, der innersten Wandschicht von Lymph- und Blutgefäßen. Dort führt es zu einer besseren Reaktion auf körperliche Betätigung. Je mehr sich die Patienten bewegen, desto besser erweitern sich die Blutgefäße. Ihre Flexibilität steigt bis zu 50 Prozent.

Das Medikament soll als Alternative zu cholesterinsenkenden Statinen eingesetzt werden können. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind aber auch denkbar. Wenn sich die Wirkung auf die Gefäße bestätigt, „könnte es einen positiven Effekt auf nahezu jeden entzündlichen Krankheitsprozess ausüben, Arthritis und Diabetes eingeschlossen“, hofft David Fitzmaurice von der Universität Birmingham.

Spekulationen zufolge könnte sogar die Ausbreitung von Krebs auf diese Art eingedämmt werden, die ebenfalls mit Entzündungen zusammenhänge, sagt Fitzmaurice. Obwohl das Medikament Linderung bei Herz-Kreislauf-Beschwerden verspreche, bestehe die beste Vorsorge aber immer noch aus einer gesunden Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse.

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