Forschung

Ende der Taubheit: Forscher reparieren Haarzellen

Kleinste Härchen im Ohr konnten erstmals wiederhergestellt werden. Dadurch könnte Taubheit bald geheilt werden. Bisher wurde das Verfahren nur an Mäusen erporbt, und es konnte nur ein Teil des Hörvermögens wiedererlangt werden.

Die Injektion eines Medikamentes führte bei tauben Mäusen zur Bildung von neuen Ohr-Härchen, zitiert BBC das Magazin Neuron. Zwar konnte dadurch das Hörvermögen der Mäuse nicht vollständig wiederhergestellt werden, doch konnten sie immerhin Geräusche wie Türknallen und Straßenverkehr wahrnehmen. Experten sagten, dies sei „unglaublich spannend“, warnten jedoch, die Behandlung von Menschen liege noch in ferner Zukunft.

Hörprobleme sind meist auf eine Beschädigung oder ein Fehlen der Ohr-Härchen zurückzuführen. Forscher haben nun eine Möglichkeit gefunden, die Härchen wiederherzustellen. (Foto: Flickr/maessive)

Hörprobleme sind meist auf eine Beschädigung oder ein Fehlen der Ohr-Härchen zurückzuführen. Forscher haben nun eine Möglichkeit gefunden, die Härchen wiederherzustellen. (Foto: Flickr/maessive)

Damit man etwas hören kann, müssen die Schallwellen in elektrische Signale umgewandelt werden, die dann im Gehirn verarbeitet werden. Der erste Schritt dieses Prozesses findet im Innenohr statt. Dort bewegen die Schallwellen kleine Härchen, wodurch elektrische Signale entstehen. Die meisten Hörprobleme bei Menschen rühren von einer Beschädigung dieser Härchen her.

Die Forscher von Massachusetts Eye and Ear und von der Harvard Medical School arbeiteten mit Mäusen, die vollkommen taub waren und praktisch überhaupt keine Ohr-Härchen mehr hatten. Durch die Injektion eines Wirkstoffs wurde auf die Gene derjenigen Zellen eingewirkt, in denen die Härchen normalerweise wachsen. Dadurch wurden sie tatsächlich wieder zu Haarzellen.

Albert Edge, einer der beteiligten Forscher, sagte, es sei bisher nicht möglich gewesen, Haarzellen wiederherzustellen. Allerdings sei man noch nicht am Ziel. „Es gab eine kleine Verbesserung, aber keine riesige Veränderung.“ Die Mäuse „können laute Geräusche in tiefen Frequenzbereichen wahrnehmen– aber dies ist definitiv kein normales Gehör“, ergänzt der Wissenschaftler.

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