Pharmaindustrie

Kampf der Pharma-Riesen: Bayer erwartet Konkurrenz von Pfizer

Die Aktien des Pharmaunternehmens werden 2013 deutlich geringer steigen als noch im Vorjahr, die Konkurrenz schläft nicht. Die Firma Pfizer hält im Wettbewerb, vor allem bei Blutverdünnungsmitteln, mit Bayer mit. Bayers neues Medikament Xarelto muss sich noch weiter durchsetzen, als bisher.

Das deutsche Pharma-Unternehmen Bayer wird es in diesem Jahr schwer haben, seinen enormen Aktienanstieg aus dem Jahr 2012 fortzusetzen. Die Aktie stieg im Vorjahr um 46 Prozent, das war der größte Anstieg weltweit in der Branche. Analysten rechnen für das laufende Jahr mit einer moderaten bis schwachen Anstiegskurve der Wertpapiere.

Aber die Konkurrenz schläft nicht: Die Firma Pfizer hält im Wettbewerb, vor allem bei Blutverdünnungsmitteln, mit Bayer mit. Bayers bislang am intensivsten beworbenes, neues Medikament Xarelto muss sich erst noch durchsetzen. Dazu hat der Bayer-Konzern eine neue Langzeitstudie angekündigt, die 20.000 Testpatienten umfasst und das Medikament optimieren soll. Ziel ist die deutliche Reduzierung von Herzinfarkten und Hirnschlägen bei Patienten mit Arterienerkrankungen.

Bayer-Chef Marijn Dekkers will die Pharmasparte von Bayer konkurrenzfähiger machen. (Foto: Bayer AG)

Bayer-Chef Marijn Dekkers will die Pharmasparte von Bayer konkurrenzfähiger machen. (Foto: Bayer AG)

 

Bayer-Chef Marijn Dekkers muss außerdem die Werbeausgaben erhöhen, um die neuen Produkte am Markt platzieren zu können. Ulrich Huwald, Analyst bei der Warburg Research GmbH in Hamburg, sieht jedoch „keine massiven Risiken“ auf Bayer zukommen. Die Aktien werden „halten“, so die Prognose einem Bericht von Bloomberg zufolge.

Der Konzern hat einen Börsenwert von schätzungsweise 60,2 Milliarden Euro. Pharmazeutika machen etwa 40 Prozent der Erlöse aus dem Verkauf aus. Durch die neue Produktpalette ist der Leverkusener Konzern gut aufgestellt: neue Medikamente gegen Lungenkrankheiten, Darm- und Prostatakrebs sowie das bereits freigegebene Augenmedikament Eylea haben zusammen mit Xarelto ein jährliches Verkaufspotenzial von rund 5,5 Milliarden Euro.

Die Sparte CropScience erwirtschaftet bereits 20 Prozent der Gewinne durch die Vermarktung von Saatgut und Pestiziden. Das dritte Standbein des Konzerns sind Industriekunststoffe. Durch diese Diversifizierung können Schwankungen am Finanzmarkt abgefangen werden. Bei Bayer sei im letzten Jahr nichts schiefgelaufen, sagte Sebastian Frericks, Analytiker beim Bankhaus Metzler in Frankfurt. Anleger sollten in Betracht ziehen, Wertpapiere von Bayer zu „kaufen“.

Die Bayer-Aktie liegt derzeit bei 72,76 Euro. Experten von der Deutschen Bank gehen allerdings davon aus, dass der Wert der Aktie unter günstigen Voraussetzungen noch bis auf 86 Euro ansteigen könnte. Und dies nicht etwa, weil neue Zahlen einen Anstieg des Kurses andeuten, sondern weil die Erwartungen an Bayer voraussichtlich erfüllt würden und dies „das Vertrauen der Investoren in die Performanz“ verstärke.

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