Studie

OECD: Demografie führt zu Wohlstandsverlust in Deutschland

Binnen 50 Jahren wird Deutschland wie kein anderes Land an Wohlstand verlieren. Präventsionsmaßnahmen können vorbeugen, zum Beispiel sollen gesunde Ernährung sowie Fitnessbewusstsein in Deutschland flächendeckend gestärkt werden.

Der demografische Wandel und der Aufstieg der Schwellenländer sind die Ursachen dafür, dass Deutschland in Zukunft von der fünftwichtigsten Wirtschaftsnation auf Platz zehn absteigen könnte. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD).

Die Überalterung der Bevölkerung führe aber nicht unweigerlich zu einem Abstieg der Wirtschaftsleistung, wenn rechtzeitig Maßnahmen ergriffen würden, heißt es weiter in der Studie. Dazu zählt etwa eine Steigerung der volkswirtschaftlichen Produktivität. Dies wiederum setzt weitere Arbeitsmarktreformen voraus.

Die Altersstruktur in Deutschland für das Jahr 2012. In Zukunft wird der Teil der Bevölkerung ab 45 Jahren deutlich zunehmen. (Grafik: Flickr/Gruppenwissen)

Die Altersstruktur in Deutschland für das Jahr 2012. In Zukunft wird der Teil der Bevölkerung ab 45 Jahren deutlich zunehmen. (Grafik: Flickr/Gruppenwissen)

Besondere Herausforderungen für das Gesundheitssystem der Zukunft sind die Verbreitung chronischer Komplexkrankheiten wie Demenz und Alzheimer, aber auch die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit, Armut und Analphabetismus sowie die Ausweitung des Pflegesektors. Zählt man diese Herausforderungen zusammen, kommt man auf mehr als 20 Millionen Hilfsbedürftige in Deutschland, das sind 25 Prozent der Gesamtbevölkerung – Tendenz steigend.

Immer noch wird zu wenig in die Krankheitsprävention investiert. Sportliche Betätigung muss durch Krankenkassen gefördert werden, individuelle Ernährungsberatung könnte bereits in der Schule erfolgen, so dass die Arztbesuche auf ein Mindestmaß reduziert werden könnten. Im Handbuch „Gesundheitswirtschaft in Deutschland“ werden Gesundheitsinnovationen als auslösende Momente eines neuen Kondratieff-Zyklus betrachtet, der in Zukunft zwischen Wohlstand und Niedergang der Nationen mitentscheiden könne.

Kondratieff-Zyklen sind Wirtschaftszyklen mit einer Dauer von etwa 50 Jahren. Sie werden von Basisinnovationen ausgelöst, wie zum Beispiel der Entwicklung und dem Einsatz von Dampfmaschinen, Lokomotiven oder Computern. Diese Innovationen haben jeweils ein neues Zeitalter eingeleitet. Der demografische Wandel in Deutschland und das deutsche Gesundheitssystem verlangen ebenso nach einer Basisinnovation, die den weiteren Kurs des Landes bestimmt und den Wohlstand sichert.

Die Verfasser des Handbuchs, Adrian und Gabriele Dostal, sehen deutliches Innovationspotenzial in den Teilmärkten Hilfsmittel, Gesundheitshandwerk, Ernährung und Bio-Lebensmittel. Weniger originell geht es zu bei den Allgemein- und Fachärzten, bei ICT-, Hard- und Softwareunternehmen sowie in den Bereichen Sport, Fitness und Bewegung.

Den Verbrauchern fehle auch noch im weitesten Sinne das Bewusstsein für ihre eigene Gesundheit, laut Handbuch. Dass Fitness und gesunde Ernährung gerade im Trend liegen, hat noch nicht flächendeckend zu einem geänderten Verhalten in Bezug auf die eigene Gesundheit geführt.

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