Analyse

Personal fehlt: Patienten könnte Behandlung verweigert werden

Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass sich im medizinischen Bereich immer weniger Bewerber für einen Arbeitsplatz in einer kleinen Klinik oder auf dem Land entscheiden. Die Autoren der Studie fordern daher die Öffnung medizinischer Studiengänge für mehr Bewerber.

Immer weniger Bewerber im medizinischen Bereich entscheiden sich für einen Arbeitsplatz in einer kleinen Klinik oder auf dem Land. Insgesamt reichen die Bewerber nicht aus, um den Bedarf an allen Kliniken zu decken. „Ärzte sind bereits heute Mangelware“, sagte Stephan Fischer von der Hochschule Pforzheim in einem Bericht von DocCheck News. Schneider ist der Autor einer Studie, in der er zusammen mit Annegret Zimmermann 130 Kliniken zu ihrer Personalsituation befragte.

Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse auf die Kapazitäten hinsichtlich der Ärzte, des Pflegepersonals und der Verwaltung zu. Nicht nur ländliche Regionen sind besonders von dem Personalmangel betroffen. Das Problem trifft gerade kleine Kliniken besonders hart: „Auch größere Kliniken haben Schwierigkeiten, vakante Ärztestellen zu besetzen, doch bei kleineren stehen die Chancen noch deutlich schlechter.“

Etwa 80 Prozent der ländlichen Regionen können ihre frei werdenden Stellen im medizinischen Bereich nur schlecht neu besetzen. Das führt zu veränderten Rekrutierungsstrategien. Die meisten befragten Personalchefs der Kliniken suchen aktiv nach Bewerbern aus dem Ausland. Universitätskliniken erhalten im Schnitt zehn Bewerbungen pro Stelle. Bei kleineren Krankenhäusern sind es nur ein bis fünf Bewerber.

Die Autoren der Studie fordern daher die Öffnung medizinischer Studiengänge für mehr Bewerber. Denn wenn mehr Bewerber zum Studium zugelassen werden würden, würde auch die Zahl der Absolventen steigen. Der momentane Ärzte-Mangel verteuere die Arbeitskraft und schwäche das Gesundheitssystem. Die Attraktivität des Berufs müsse daher gesteigert werden, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefördert werden.

Unabhängig von der Größe der Kliniken können mittlerweile über ein Drittel aller Krankenhäuser ihre freien Pflegestellen nicht mehr besetzen. Und die Situation wird sich in Zukunft noch verstärken: „Drei Viertel aller Kliniken sieht hier in Zukunft ein deutliches Problem“, so Fischer. Der demografische Wandel wird diesen Trend nur noch verstärken, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird.

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