Lebensmittelskandal

Giftiger Fisch in Thunfischdosen

Ob im Restaurant oder im Geschäft: Mehr als die Hälfte des in den USA verkauften Fischs ist falsch gekennzeichnet. Besonders massiv ist der Betrug mit dem illegalen Fisch Escolar, der als weißer Thunfisch verkauft wird und das Gift Gempylotoxi enthält.

Von 2010 bis 2012 nahm die gemeinnützige Organisation Oceana in 21 US-Bundesstaaten über 1.200 Proben von Meeresfrüchten und Fisch. Mehr als ein Drittel der landesweit genommenen Proben wurde falsch gekennzeichnet, so das Ergebnis der Studie. Vor allem Proben, die als Thunfisch oder Red Snapper ausgegeben wurden, beinhalteten nach ausführlichen DNA-Tests gar nicht den angegebenen Fisch. 74 Prozent der aus Sushibars entnommenen Proben waren falsch gekennzeichnet, bei den Restaurants lag das Ergebnis bei 38 Prozent und in den Lebensmittelgeschäften bei 18 Prozent.

Drei Viertel der aus Sushi-Restaurants entnommenen Fischproben waren falsch gekennzeichnet. (Foto: Flickr/Universitetssykehuset Nord-Norge)

Drei Viertel der aus Sushi-Restaurants entnommenen Fischproben waren falsch gekennzeichnet. (Foto: Flickr/Universitetssykehuset Nord-Norge)

So wurden beispielsweise billige Zuchtfische wie Tilapia als Red Snapper verkauft – ähnliches zeigte sich beim Thunfisch, wo die Fälle des aufgedeckten Betrugs auch sehr hoch waren. 59 Prozent der als Thunfisch ausgegebenen Fische waren falsch gekennzeichnet, warnt Oceana. Besonders beim weißen Thunfisch wurden massive Betrügereien offenbar: 84 Prozent der als weißer Thunfisch gekennzeichneten Proben enthielten tatsächlich Escolar – auch unter den Namen Butterfisch oder Schlangenmakrele bekannt.

Der Verkauf des Escolar als weißer Thunfisch ist „nicht nur illegal, sondern kann auch zu schweren gesundheitlichen Problemen“ führen, so die Studie. Der Escolar enthält ein natürlich vorkommendes Gift, Gempylotoxin, das beim Verzehr größerer Mengen zu schweren Magen-Darm-Problemen, Kopfschmerzen und Erbrechen führen kann. Sowohl in den USA als auch in der EU warnen die Gesundheitsbehörden deshalb vor dem Verzehr des Fisches. Italien und Japan haben ihn sogar verboten.

New York hat der Studie zufolge ein besonders großes Problem mit der Verbrauchertäuschung. 94 Prozent der aus New York genommenen Proben stellten sich als falsch gekennzeichnet heraus. Mehr als drei Viertel des getesteten Sushis in New York war Etikettenschwindel.

Da sich die Untersuchungen von Oceana nur auf Meeresfrüchte und Fische beschränkte, die verkauft wurden, war es nicht möglich festzustellen, an welchem Abschnitt der Lieferkette der Betrug stattfand.

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