Analyse

Pessimisten sind gesünder und leben länger

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung fand heraus, dass die Zukunftserwartungen von Menschen einen großen Einfluss auf ihre Gesundheit und ihre Lebensdauer haben. Demnach achten Pessimisten eher auf ihre Gesundheit als Optimisten.

Die Zukunftserwartungen von Menschen haben einen großen Einfluss auf ihre Gesundheit und ihre Lebensdauer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Forscher analysierten Langzeitdaten aus den Jahren 1993 bis 2003. In diesem Zeitraum wurden dieselben Personen jedes Jahr wieder danach gefragt, wie zufrieden sie aktuell mit ihrem Leben sind und wie zufrieden sie in fünf Jahren zu sein glauben. Fünf Jahre später verglichen die Forscher dann, ob die erwartete Zufriedenheit auch tatsächlich eingetreten war.

In der Studie wurden drei Altersgruppen unterschieden: 18- bis 39-Jährige, 40- bis 64-Jährige und über 65-Jährige. Je älter die Befragten waren, desto pessimistischer schätzten sie ihre Zukunft ein. Junge Erwachsene hatten meist ein unrealistisch positives Bild von ihrer Zukunft. Menschen im mittleren Erwachsenenalter seien weitgehend realistisch gewesen, so die Studie.

Die Forscher untersuchten außerdem die Gesundheit der Teilnehmer. So kamen sie zu dem Ergebnis, dass sich für Optimisten, die ihre zukünftige Zufriedenheit überdurchschnittlich hoch einschätzten, das Risiko körperlicher Einschränkungen oder Beschwerden und das Risiko zu sterben um etwa zehn Prozent erhöhten.

„Möglicherweise ermuntern pessimistische Zukunftserwartungen die Senioren dazu, noch besser auf die eigene Gesundheit zu achten und sich vor Gefahren zu schützen“, zitiert Doccheck News den an der Studie beteiligten Forscher Frieder Lang.

Lang sagt zudem, dass ein weiterer Zusammenhang die Wissenschaftler überrascht habe: Je stabiler die Gesundheit und je höher das Einkommen der Befragten waren, desto pessimistischer sahen sie in die Zukunft. Diese Menschen seien offenbar sensibler für die Begrenztheit ihrer verbleibenden Zeit und achteten eher darauf, ihren Status zu erhalten, als auf künftige Besserung zu hoffen, so der Forscher.

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