Forschung

Rotwein hält Menschen jung und gesund

Rotwein könnte vor altersbedingte Krankheiten schützen. Denn er aktiviert ein Gen, das für gesunde Zellen notwendig ist. Derzeit wird noch getestet, ob Resveratrol als Vorsorge gegen Krebs, Diabetes und Herzkreislaufkrankheiten helfen könnte.

Resveratrol, ein Inhaltsstoff des Rotweins, aktiviert ein Gen, das menschliche Zellen gesund erhält. Die Mitochondrien, winzige Strukturen zur Energieerzeugung in den Zellen, werden gestärkt. Auf diese Weise kann Resveratrol einen wirksamen Schutz gegen altersbedingte Krankheiten darstellen. Das sagt eine Studie von David Sinclair, die nun einen jahrelangen Streit beendet hat.

Bereits vor zehn Jahren hatte Sinclair diesen Effekt untersucht. Doch seine damaligen Ergebnisse waren sehr umstritten. Andere Studien sagten nämlich, dass Resveratrol das entsprechende Gen nur dann aktiviere, wenn im Rahmen der Experimente bestimmte fluoreszierende Chemikalien eingesetzt wurden. Da aber diese Chemikalien in natürlichen Zellen nicht vorkommen, sei beim Menschen keine Stärkung der Zellen zu erwarten, so die Kritik.

Vor allem rote Weintrauben enthalten viel Resveratrol, das einen Schutz gegen altersbedingte Krankheiten darstellen könnte. (Foto: Flickr/Simply Vicki)

Vor allem rote Weintrauben enthalten viel Resveratrol, das einen Schutz gegen altersbedingte Krankheiten darstellen könnte. (Foto: Flickr/Simply Vicki)

Sinclairs neue Studie, die im Fachblatt Science veröffentlicht wurde, kam ohne diese synthetischen Chemikalien aus. Die Forscher um Sinclair ersetzten diese Chemikalien durch eine Gruppe von natürlich vorkommenden Aminosäuren. Und auch unter diesen natürlichen Bedingungen aktivierte Resveratrol das entsprechende Gen gegen die Zellalterung.

Sinclairs ältere Studie führte zur Gründung des Unternehmens Sirtris Pharmaceuticals, das die Entwicklung von Arzneien auf der Grundlage von Resveratrol zum Ziel hat. Im Jahr 2008 konnten Sinclair und sein Partner Christoph Westphal das Unternehmen für 720 Millionen Dollar verkaufen.

Derzeit wird Resveratrol in mindestens zwölf klinischen Versuchen getestet, um seine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu beurteilen. Auch wird es bereits als Nahrungsergänzung verkauft. Im Jahre 2012 wurden mit Resveratrol allein in den USA 34 Millionen Dollar umgesetzt, zitiert Bloomberg das Nutrition Business Journal.

Insgesamt gibt es noch nicht genügend Beweise, um Resveratrol zur Vorsorge gegen Krebs, Diabetes oder Herzkreislaufkrankheiten zu empfehlen. Zu diesem Ergebnis kam eine internationale Konferenz an der Universität von Leicester.

Dennoch sollte die Wirkung von Resveratrol bei Tieren nicht übersehen werden, zitiert Bloomberg den wissenschaftlichen Leiter der Konferenz Ole Vang. Die Anzeichen für verschiedene Krebsarten, Herzerkrankungen und Diabetes seien in Tierversuchen deutlich reduziert worden. Um jedoch herauszufinden, ob auch Menschen davon profitieren können, müsse weiter geforscht werden, sagte Vang.

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