Therapie

Tennisarm: Placebo wirkt besser als Kortison

Zwar lindert das Spritzen von Kortison kurzfristig den Schmerz. Doch nur eine Physiotherapie kann wirklich zur Heilung führen: Medizin-Professor Vicenzino, von der Universität Queensland in den USA, empfiehlt, eine Physiotherapie ohne Anwendung von Steroiden vorzuziehen.

Eine übermäßige Belastung des Unterarms kann zu einem schmerzvollen Reizzustand der Sehnen führen, dem sogenannten Tennisarm. Bisher wurden bei der Behandlung des Tennisarms Steroide wie Kortison gespritzt. Anschließend wurde der Patient zur Physiotherapie geschickt. Doch die Behandlung mit Steroiden bewirkt nur eine kurzfristige Schmerzlinderung.

Die Rückfallquote bei der Behandlung mit Steroiden liegt nach zwei Monaten bei mehr als 70 Prozent. Denn bei Patienten, die Steroide bekommen haben, lässt der Schmerz sofort nach. Dies führt oft dazu, dass sie ihrem Arm erneut zu viel zumuten.

Der Einsatz von Kortison bei der Behandlung gereizter Sehnen ist umstritten. (Foto: Colin Davis)

Der Einsatz von Kortison bei der Behandlung gereizter Sehnen ist umstritten. (Foto: Colin Davis)

„In der Regel verordnen Ärzte nach dem Spritzen von Kortison Physiotherapiesitzungen, um den Arm durch moderate Übungen stufenweise an eine vollständige Belastung zu gewöhnen“, zitiert Doccheck News Bill Vicenzino von der Universität Queensland in den USA. Die Studie des Medizin-Professors zeigt, dass Personen, die nur mit Kortison behandelt wurden, eine höhere Rückfallquote aufwiesen als jene, die Placebos bekamen.

Vicenzino fordert daher, dass Patienten, die mit Steroiden behandelt werden, über die wahrscheinliche Rückkehr der Schmerzen und über die geringere Möglichkeit einer langfristigen Verbesserung aufgeklärt werden.

Zudem empfiehlt er den behandelnden Ärzten, zunächst eine Physiotherapie ohne den Einsatz von Steroiden zu verordnen. Denn die Physiotherapie verspreche die geringste Rückfallquote und eine Verbesserung bis zur vollständigen Heilung. „Erst wenn kein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden konnte, sollten Ärzte weitere Behandlungsmethoden in Betracht ziehen“, sagt Vicenzino.

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