Unternehmen

Wettbewerb bewirkt Umsatzrückgang bei den Pharmariesen

Die zehn größten Pharmakonzerne verzeichnen Umsatz- und Gewinnrückgänge. Ursache ist auch ein Mangel an neuen Wirkstoffen. Bislang arbeiten die Unternehmen mit Kostensenkungen gegen die schwache Entwicklung.

Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die zehn größten Pharmaunternehmen der Welt 359 Milliarden Euro, ein Umsatzminus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Gewinn ging um ein Prozent auf 95 Milliarden Euro zurück. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse der Prüfungs- und Beratungsfirma Ernst & Young.

Obwohl die Unternehmen zum Teil massiv ihre Kosten gesenkt haben, sind die Gewinne rückläufig. Die Analysten sehen die Ursache dafür einerseits in Restrukturierungskosten, andererseits in hohen Investitionen in neue Märkte und Wirkstoffe. Die Situation werde sich künftig noch verschärfen, sagt Gerd Stürz, Leiter des Bereichs Lebenswissenschaften bei Ernst & Young. Das durchschnittliche Wachstum in den entwickelten Ländern werde 2016 bei nur ein bis vier Prozent liegen. Die Margen der Pharmaunternehmen werden weiter unter Druck geraten. „Die Branche muss Antworten auf die Frage finden, wo in Zukunft noch Wachstum herkommen soll“, sagt Stürz.

Die zehn größten Pharmakonzerne müssen sich dem Wettbewerb mit der billigeren Konkurrenz stellen.

Die zehn größten Pharmakonzerne müssen sich dem Wettbewerb mit der billigeren Konkurrenz stellen.

Die großen Pharmakonzerne kämpfen branchenintern mit sinkenden Produktpreisen, einem Mangel an neuen umsatzstarken Wirkstoffen und der zunehmenden Konkurrenz durch billigere Nachahmerprodukte. Zudem stagniert die Nachfrage in den angestammten Märkten und die Entwicklungskosten für neue Produkte steigen. Im vergangenen Jahr investierten die Pharmakonzerne mit 70 Milliarden ein Prozent mehr in Forschung als 2011.

Bislang arbeiten die Unternehmen mit Kostensenkung gegen die schwache Entwicklung. Neue Märkte in Entwicklungsländern zu erschließen, sei ebenfalls wichtig, sagt Stürz. „Allerdings herrscht dort ein niedrigeres Preisniveau – was sich auf die Marge auswirken dürfte.“ Der Berater fordert von den Pharmaunternehmen mehr direkten Kontakt mit den Patienten. Die Firmen versuchten das auch bereits. Sie böten zum Beispiel Serviceleistungen an, wie die Überwachung von Therapien über Smartphone-Apps.

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