Forschung

Kokainsucht mit Laserstrahlen gestoppt

Forschern ist es gelungen, das Suchtverhalten von Ratten mittels Laserlicht zu steuern. Die neue Technik ist entwickelt worden, um bestimmte Neuronen im Gehirn anzusteuern. Nun ist eine klinische Studie geplant.

Wissenschaftler arbeiten daran, Kokainsucht durch eine gezielte Hirnstimulation heilen zu können. Im Fachmagazin Nature haben sie nachgewiesen, dass bei Ratten die Steigerung der Hirnaktivität in bestimmten Neuronen des prälimbischen Cortex das Suchtverhalten stoppen kann. Jetzt ist eine klinische Studie mit Kokainsüchtigen geplant.

Ein Zeichen der Drogensucht ist der Kontrollverlust. Dieser wurde früher auf eine Störung im Belohnungssystem des Gehirns zurückgeführt. Doch neuere Untersuchungen haben bei den Abhängigen auch eine Funktionsstörung im präfrontalen Cortex nachgewiesen. Dieser sorgt für die Handlungssteuerung und die Regulation emotionaler Prozesse.

Auch Ratten können stark von Kokain abhängig werden. Mittels Laserlicht konnte der Drogenkonsum abgestellt werden. (Foto: Flickr/Tambako the Jaguar)

Auch Ratten können stark von Kokain abhängig werden. Mittels Laserlicht konnte der Drogenkonsum abgestellt werden. (Foto: Flickr/Tambako the Jaguar)

Die Optogenetik ist eine relativ neue Technik, die Hirnzellen durch Lichtreize aktiviert. US-Forscher unter Leitung von Antonello Bonci haben diese Technik eingesetzt, um im Tierversuch Zellen des prälimbischen Cortex anzusteuern, berichtet das Ärzteblatt.

Ratten geraten durch die freie Gabe von Kokain in eine starke Abhängigkeit. Am Ende lassen sie sich selbst durch Stromstöße nicht mehr vom Drogenkonsum abhalten.  Bonci sieht im Verhalten der Ratten eine Verbindung zur Kokainsucht beim Menschen. Denn viele Abhängige begehen Straftaten, um in den Besitz von Kokain zu gelangen.

Zunächst konnte Bonci zeigen, dass die Kokainsucht zu einer verminderten Erregbarkeit von Pyramidenzellen in tieferen Schichten des prälimbischen Cortex führt. In einem weiteren Experiment injizierten die Forscher dann ein Adenovirus in diese Regionen. Dieses infizierte die Hirnzellen und legte in ihnen ein spezielles Gen ab.

Danach konnten die Forscher die Hirnzellen mittels eines Laserstrahls gezielt an- und wieder abstellen. Das Suchtverhalten der Tiere konnte auf diese Weise tatsächlich gesteuert werden. Nach dem Einschalten des Laserlichts stellten die Tiere den Drogenkonsum ein. Und wenn das Licht ausgeschaltet wurde, dann setzte das Suchtverhalten wieder ein.

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