Therapie

Nanoteilchen sollen Arzneistoffe ins Auge transportieren

Deutsche Forscher injizierten Nanoteilchen in die Blutbahn, die sich an der Wand der Netzhautgefäße festsetzten. Bisherhrige Behandlungsverfahren haben gravierende Nachteile, bei denen ein Infektionsrisiko besteht oder Gewebe beschädigt werden kann.

Achim Göpferich und Ernst Tamm von der Universität Regensburg haben Nanoteilchen für den zukünftigen Einsatz in der Augenheilkunde entwickelt. Diese Teilchen haben einen Durchmesser von nur etwa 50 Nanometern, berichtet DocCheck News. Nachdem sie in den Blutkreislauf injiziert worden sind, setzen sie sich an der Wand der Blutgefäße fest, welche die Netzhaut versorgen.

Damit ist den Forschern ein großer Schritt auf dem Weg zur Produktion von Nano-Transportern gelungen, die in Zukunft Arzneistoffe über die Blutbahn ins Auge transportieren sollen. Auf diese Weise könnten Krankheiten wie die altersabhängige Makula-Degeneration (AMD) oder die diabetische Retinopathie therapiert werden.

Mithilfe von Nanoteilchen sollen zukünftig gefährliche Augenkrankheiten therapiert werden können. (Foto: Flickr/hans s)

Mithilfe von Nanoteilchen sollen zukünftig gefährliche Augenkrankheiten therapiert werden können. (Foto: Flickr/hans s)

Die AMD und die diabetische Retinopathie führen zu massiven Schäden der Netzhaut. Sie zählen zu den häufigsten Ursachen für eine Sehverschlechterung oder sogar Erblindung. Weltweit etwa 50 Millionen Menschen leiden an diesen beiden Krankheiten.

Während bei der AMD genetische Faktoren eine Rolle spielen, ist die diabetische Retinopathie eine Folgeerkrankung der Zuckerkrankheit. Bei beiden Krankheiten kommt es jeweils zu krankhaften Veränderungen derjenigen Blutgefäße, die die Netzhaut versorgen. In der Folge sterben die Nervenzellen der Netzhaut ab.

Zwar stehen für beide Krankheiten schon Therapien zur Verfügung, die den Krankheitsverlauf verlangsamen oder sogar zum Stillstand bringen können, etwa die Laser-Behandlung. Doch haben diese Therapien gravierende Nachteile. So ist dabei die Zerstörung von Gewebe möglich oder die Behandlung birgt ein Infektionsrisiko und kann daher selbst zu Erblindung führen.

Hier ist der alternative Therapieansatz von Achim Göpferich und Ernst Tamm klar im Vorteil. Auf der Grundlage der neuen Nanoteilchen könnten bald Nano-Transporter entwickelt werden, welche die benötigten Arzneistoffe gezielt über die Blutbahn ins Auge befördern können.

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