Industrie

Bieterkampf um Brasiliens wichtigsten Pharmakonzern

Pharmariesen wie Novartis und Pfizer streiten sich um die Übernahme der brasilianischen Achè für lukrative Marktanteile – bei verschreibungspflichtigen Medikamenten gilt Achè als Marktführer Brasiliens.

Einige der weltweit größten Pharmakonzerne haben Kaufgebote für die brasilianische Achè Laboratorios Farmaceuticos abgegeben, berichtet Reuters. Sowohl die Schweizer Novartis als auch die beiden US-Konzerne Pfizer und Abbott Laboratories sind an einer Übernahme interessiert. Es zeichnet sich ein Bieterkampf ab. Der Kaufpreis wird auf mehr als fünf Milliarden Dollar geschätzt. Die endgültigen Gebote seien noch im April fällig.

Auch der britische Arzneimittelhersteller GlaxoSmithKline sei anfänglich interessiert gewesen, habe sich aber bereits zurückgezogen.
Gerüchte über einen Verkauf der Achè kamen erstmals im Februar auf. Brasiliens viertgrößtes Pharmaunternehmen, gemessen am Umsatz, gilt als hochinteressantes Übernahmeziel. Auf den Wachstumsmärkten Lateinamerikas will jeder der global tätigen Giganten Fuß fassen. Brasilien ist heute der weltweit achtgrößte Markt für pharmazeutische Produkte, der zweitgrößte unter den Schwellenländern nach China. Mit seinem stabilen Wirtschaftswachstum und einer rasant anwachsenden Mittelschicht ist das Land auch für Arzneimittelhersteller ein wahrer Boom-Markt.

Das Geschäft mit den Pillen: Die Pharmariesen streiten sich um eines der wichtigsten Unternehmen auf dem brasilianischen Markt. (Foto: About.com/MonkeyBrand CopyLeft)

Das Geschäft mit den Pillen: Die Pharmariesen streiten sich um eines der wichtigsten Unternehmen auf dem brasilianischen Markt. (Foto: About.com/MonkeyBrand CopyLeft)

Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten ist Achè Marktführer in Brasilien. Das ganz große Gewinnpotential liegt aber vor allem im Geschäft mit den rezeptfreien Präparaten. Auch hier spielt das Unternehmen ganz vorne mit. Im laufenden Geschäftsjahr dürfte ein Betriebsergebnis (Ebitda) von rund 300 Millionen Dollar erwirtschaftet werden. Die Eigentümer, drei brasilianische Familienclans, erhoffen sich einen Verkaufserlös, der sich auf das Fünfzehn- bis Zwanzigfache dessen beläuft. Der Verkaufserlös der Anteile läge damit bei 4,5 bis 6 Milliarden Dollar.

Die Informationen über den angestrebten Deal stammen von nicht näher benannten Quellen, schließlich ist das Bieterverfahren geheim und Achè-Sprecher dementieren bislang jede Verkaufsabsicht. Bei den an der Übernahme interessierten Pharmakonzernen hält man sich dementsprechend ebenso bedeckt.

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