Therapie

Meditation wird Teil der normalen Behandlung

Meditieren kann bei vielen Beschwerden helfen und sogar die Leistung des Gehirns verbessern. Daher empfehlen es Ärzte als Ergänzung zur traditionellen Therapie.

An einem Krankenhaus in Boston geben die Ärzte ihren Patienten eine ungewöhnliche Anweisung: Sie sollen meditieren. „Ich empfehle fünf Minuten, zweimal am Tag, und dann allmählich immer mehr“, sagt die Ärztin Aditi Nerurkar. Sie empfehle Meditation auf dieselbe Weise wie Medizin.

„Ich beginne nicht sofort mit einer hohen Dosierung“, zitiert sie das Wall Street Journal. Doch letztlich sollten die Patienten, die etwa unter Schlaflosigkeit oder Reizdarm litten, circa 20 Minuten meditieren, zweimal pro Tag.

Studien haben ergeben, dass Meditation den Blutdruck senken und Patienten mit chronischen Krankheiten im Umgang mit Schmerzen und Depressionen helfen kann. Zudem senkt Meditation das Risiko eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls deutlich.

Meditation entspannt den Körper, verbessert die Durchblutung, beruhigt den Puls und die Atmung und aktiviert die Verdauung. (Foto: Flickr/RelaxingMusic)

Meditation entspannt den Körper, verbessert die Durchblutung, beruhigt den Puls und die Atmung und aktiviert die Verdauung. (Foto: Flickr/RelaxingMusic)

An dem Bostoner Krankenhaus werden Meditation und andere Geist-Körper-Therapien seit sechs Monaten langsam in die medizinische Grundversorgung eingebaut. Letztlich solle es auch Gruppenunterricht in Meditation geben, sagt Nerurkar.

Gesundheitsexperten sagen, Meditation solle traditionelle Therapien nicht ersetzen, sondern sie ergänzen. „Wenn man langsam und bewusst atmet, dann senkt das vorübergehend den Blutdruck“, sagt Josephine Briggs vom Nationalen Zentrum für ergänzende und alternative Medizin. Dennoch sollten Meditationstechniken nicht als Ersatz für Arzneimittel gegen Bluthochdruck eingesetzt werden.

Die Patienten werden von den Bostoner Ärzten nicht einfach zum Training geschickt, so Nerurkar. Stattdessen demonstrieren sie und ihre Kollegen die Meditationstechniken. „Es ist wirklich nichts weiter, als in einer ruhigen, angenehmen Haltung zu sitzen, die Augen zu schließen und den eigenen Atem zu beobachten.“

Die Wirkung der Meditation auf den Körper ist noch nicht vollständig erforscht, sagt der Psychiater Murali Doraiswamy. Einige Formen der Meditation aktivierten das parasympathische Nervensystem, das für die Steuerung der meisten inneren Organe und des Blutkreislaufs verantwortlich ist. So werde der Körper entspannt, die Durchblutung verbessert, der Puls und die Atmung beruhigt und die Verdauung aktiviert, zitiert das Wall Street Journal den Psychiater. Zudem werde der Ausstoß von Stresshormonen wie Kortisol verlangsamt.

Einige Kurzzeitstudien hätten auch gezeigt, dass Meditation die kognitiven Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis verbessern kann, sagt Doraiswamy. Mithilfe bildgebender Verfahren sei nachgewiesen worden, dass die Leistung bestimmter Bereiche des Gehirns verbessert werden kann. Die altersbedingte Abnahme verschiedener Hirnzentren könne reduziert werden, vor allem jene, die anfällig für die Alzheimerkrankheit sind, so der Psychiater.

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