Forschung

Neuer Therapieansatz bei Unfruchtbarkeit

Deutsche Forscher haben erkannt, dass das Blutprotein Fetuin-B dafür sorgt, dass Eizellen fruchtbar bleiben. Das Protein reguliert die Aushärtung der Schutzhülle um die Eizelle.

Das Protein Fetuin-B wurde bereits im Jahr 2000 entdeckt. Es wird in der Leber gebildet und von dort ins Blut abgegeben. Nun haben Wissenschaftler aus Mainz und Aachen entdeckt, dass Fetuin-B eine wichtige Rolle bei der Befruchtung der Eizellen spielt. Denn das Blutprotein reguliert die Aushärtung der Schutzhülle um die Eizelle.

Wenn die schützende Hülle um die Eizelle verhärtet, kann kein Spermium mehr eindringen. (Foto: Flickr/euthman)

Wenn die schützende Hülle um die Eizelle verhärtet, kann kein Spermium mehr eindringen. (Foto: Flickr/euthman)

Die Wissenschaftler stellten fest, dass weibliche Mäuse ohne Fetuin-B unfruchtbar sind, obwohl sich ihre Eierstöcke normal entwickeln. Zudem konnte die Funktion der Eierstöcke durch deren Transfer in Mäuse mit einer normalen Produktion von Fetuin-B wiederhergestellt werden. „Dies hat gezeigt, dass es nicht an den Ovarien selbst, sondern nur an dem Plasmaprotein Fetuin-B lag, ob die Mäuse fruchtbar waren oder nicht“, zitiert DocCheck News den Forscher Walter Stöcker.

Den Forschern ist es erstmals gelungen, die Rolle des Fetuin-B zu entschlüsseln. Eizellen von Menschen und anderen Säugetieren sind von einer schützenden Hülle, der Zona pellucida, umgeben. Diese Schutzhülle verhärtet sich unmittelbar nach der erfolgreichen Befruchtung der Eizelle. Dadurch blockt sie weitere Spermien ab, sodass die Eizelle vor einer Mehrfachbefruchtung geschützt ist.

Mehrfachbefruchtung kann zum Absterben des Embryos führen. Die Verhärtung der Zona pellucida wird durch das eiweißspaltende Enzym Ovastacin ausgelöst. Dieses Enzym ist in kleinen Blasen innerhalb der Eizelle gespeichert. Beim Eindringen des ersten Spermiums wird das Ovastacin explosionsartig in den Spalt zwischen Eizelle und Zona pellucida entleert.

Die Rolle des Fetuin-B ergibt sich daraus, dass auch aus unbefruchteten Eizellen ständig kleinere Mengen Ovastacin nach außen sickern, sodass die Zona pellucida zu verhärten droht. „Fetuin-B sorgt jedoch dafür, dass die kleine Menge Ovastacin, die ständig durchsickert, inaktiviert wird und die Eizelle befruchtungsfähig bleibt“, so Stöcker.

Das Blutprotein Fetuin-B verhindert die vorzeitige Verhärtung der Zona pellucida und hält die Eizelle somit fruchtbar. Diese Erkenntnis zeigt eine bisher unbekannte Ursache für Unfruchtbarkeit, an der künftige Therapien ansetzen könnten.

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