Krankenkassen

DKG: Weniger falsche Klinikabrechnungen als befürchtet

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft wies Vorwürfe über das Ausmaß von Falschabrechnungen der Kliniken zurück: Was die Kassen zu viel gezahlt haben, bekommen sie in voller Höhe zurück.

Ein Bericht des Medizinischen Dienstes der gesetzlichen Krankenkassen (MDK) sorgt für Streit zwischen Kassen und Kliniken. Der Spiegel hatte berichtet, dass ein MDK-Bericht der Hälfte aller Krankenhäuser für das Jahr 2012 die Erstellung überzogener Rechnungen vorwirft. Elf Prozent aller Abrechnungen seien dafür überprüft worden, jede zweite Rechnung habe sich als falsch herausgestellt.

Die Überprüfung der Krankenhausrechnungen sei notwendig, weil die Kassen den Kliniken regelmäßig zu viel Geld aufgrund von absichtlich zu hohen oder fehlerhaften Rechnungen zuwiesen, berichtet das Ärzteblatt. Die Kliniken müssten die zu viel erhaltenen Zahlungen nicht komplett rückerstatten, hieß es demnach in dem Spiegel-Artikel. Insgesamt soll den Krankenkassen dadurch ein Schaden von zwei Milliarden Euro entstanden sein.

Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der DKG, bestreitet die Vorwürfe über falsche Klinikabrechnungen. (Foto: Facebook/DKGev)

Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der DKG, bestreitet die Vorwürfe über falsche Klinikabrechnungen. (Foto: Facebook/DKGev)

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat die Vorwürfe nun als „schlichtweg falsch“ zurückgewiesen. „96 Prozent aller abgerechneten Fälle werden selbst nach intensiver Prüfung durch den MDK nicht beanstandet. Bei den beanstandeten Rechnungen handelt es sich in der überwiegenden Zahl um medizinische Streitfälle“, sagte der Hauptgeschäftsführer der DKG, Georg Baum. Keinesfalls dürfe das im Zuge der Prüfungen in Frage gestellte Finanzvolumen mit der Summe an Falschabrechnungen gleichgesetzt werden.

Die Wirtschaftswoche fragte bei der MDK nach. „Die elf Prozent sind jene Krankenhausabrechnungen, die die Krankenkassen durch eine Auffälligkeitsprüfung identifiziert haben. Und stellt der MDK eine fehlerhafte Abrechnung fest, muss die Krankenkasse lediglich die niedrigere Summe zahlen“, so die Antwort. Damit wird klar, dass nicht jede zweite Rechnung fehlerhaft war, sondern nur jede zweite der vom MDK erwarteten Falschabrechnungen. Und was die Kassen zu viel gezahlt haben, bekommen sie in voller Höhe zurück.

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