Analyse

Gesetzlich Versicherte warten 20 Tage länger auf einen Termin

Wer privat versichert ist, bekommt von den Fachärzten eher einen Termin als gesetzlich Versicherte, da sie den Ärzten mehr Geld einbringen.

Privat Versicherte bekommen von den Fachärzten schneller einen Termin als gesetzliche Versicherte. Die PKV-Patienten werden bevorzugt, da sie den Ärzten mehr Geld bringen.

In Hessen warten gesetzlich Versicherte durchschnittlich 20 Tage länger auf einen Facharzttermin als privat Versicherte. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Grünen-Politikerin Nicole Maisch, für die in 470 Facharztpraxen um einen Termin gebeten wurde. Dabei gaben sich die Anrufer als gesetzlich beziehungsweise als privat Versicherte aus, berichtet die Ärzte Zeitung.

Bei den Wartezeiten gibt es deutliche regionale Unterschiede. Die größten Unterschiede zwischen privat und gesetzlich Versicherten machten die Ärzte in Hanau und Darmstadt. Hier erhielten die fiktiven GKV-Patienten Termine, die im Schnitt 36 Tage beziehungsweise 33 Tage später lagen als bei den fiktiven PKV-Versicherten.

In Frankfurt und Wiesbaden ergaben sich geringere Unterschieden bei den Wartefristen. Hier mussten die gesetzlich Versicherten nur zwölf beziehungsweise elf Tage länger auf einen Termin warten als die privat Versicherten. In den ländlichen Regionen wie Marburg, Wetzlar oder Limburg warteten die fiktiven GKV-Versicherten 14 Tage länger, in Fulda 21 Tage.

Bei einem Viertel der angerufenen Praxen gab es kaum Unterschiede bei den angebotenen Wartezeiten. Bei einzelnen Fachärzten waren die Unterschiede jedoch extrem. In einer Praxis wurde einem GKV-Versicherten ein Termin in einem Jahr angeboten, während ein Privatversicherter schon nach 44 Tagen zur Sprechstunde hätte kommen können.

Besonders lange warten gesetzlich Versicherte bei Augenärzten (53 Tage) und Neurologen (49 Tage). PKV-Versicherte müssen hier nur 20 bis 25 Tage warten. Insgesamt zeigt die Studie auch, dass die Fachärzte terminlich sehr ausgelastet sind.

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