Forschung

Durchbruch: Beginnt nun das Zeitalter der Klon-Menschen?

Forscher in den USA haben erstmals menschliche Stammzellen aus einem geklonten Embryo gewonnen. Dadurch könnten bald Krankheiten wie Parkinson, Multiple Sklerose, Rückenmarkserkrankungen oder bestimmte Herzerkrankungen geheilt werden.

Ein Forscherteam der Health & Science University von Oregon meldet einen Durchbruch in der Stammzellenforschung. Dem Team von Shoukhrat Mitalipov ist es gelungen, menschliche Stammzellen aus einem zu diesem Zweck geklonten menschlichen Embryo zu gewinnen.

Gewöhnliche Hautzellen von Erwachsenen wurden in die Zellkerne von weiblichen Eizellen verpflanzt. Auf diese Weise hoffen die Forscher, frisches Körpergewebe zu gewinnen. Dadurch könnten Krankheiten wie Parkinson, Multiple Sklerose, Rückenmarkserkrankungen oder bestimmte Herzerkrankungen geheilt werden.

Erstmals wurde eine Stammzelle aus einem geklonten Embryo gewonnen. Was kommt als nächstes?

Erstmals wurde eine Stammzelle aus einem geklonten Embryo gewonnen. Was kommt als nächstes?

Die Forscher betonen, dass es sich um therapeutisches und nicht um reproduktives Klonen handle. In ihrer Mitteilung äußern sie Zweifel, dass die Methode auch dazu verwendet werden könnte, ganze Menschen zu klonen. Jahrelange Versuche mit Affen hätten gezeigt, dass es nicht möglich sei, auch nur einen einzigen Affen zu klonen.

Die Wissenschaftler schreiben: „Wir erwarten, dass dies auch bei Menschen nicht möglich sein wird. Wegen der in dieser Studie herausgefundenen Fragilität der menschlichen Zellen glauben wir, dass diese Fragilität verhindern wird, dass eines Tages menschliche Klone entwickelt werden können.“ Die Forscher erwarten sich aber signifikante Fortschritte in der Verwendung von Stammzellen zur Behandlung von Krankheiten.

Wörtlich heißt es in der Stellungnahme von Dr. Mitalipov: „Erfolge in der Stammzellenforschung führen oft zu einer öffentlichen Diskussion über die Ethik des menschlichen Klonens. Dies war jedoch nicht der Schwerpunkt unserer Forschung. Wir glauben auch nicht, dass unsere Resultate andere in die Lage versetzen können, das reproduktive menschliche Klonen voranzutreiben.“

Es ist bemerkenswert, dass die Forscher ihren Erfolg mit nur zwei Eizellen erreichen konnten. Üblicherweise benötigt man für derartige Experimente hunderte Zellen. Die Forscher führen ihren Durchbruch auch auf die Verwendung von Koffein zurück, welches in der Nährlösung verwendet worden war.

Die Methode der Forscher ist dieselbe, mit der im Jahr 1997 auch das Klonschaf Dolly reproduziert wurde. Der sogenannte somatische Zellentransfer hat auch schon zum Klonen von Rindern, Katzen und Ziegen geführt. Bei Menschen und bei Affen hat die Methode bisher jedoch noch keinen Erfolg gezeigt.

Beginnt nun das Zeitalter der Klon-Menschen, in dem jeder, der es sich leisten kann, sich beliebig oft identisch reproduzieren lassen kann? Mit Sicherheit ist der Weg bis zu einem solchen Durchbruch noch weit. Der Mensch ist am Ende doch eine recht komplexe Maschine, die nicht so rasch geklont werden kann.

Noch gibt es in der Gesellschaft gewisse Ressentiments, dieser Utopie unter Aufgabe aller ethischen Maßstäbe zu verfallen. Ausgeschlossen werden kann jedoch nicht, dass am Ende eine Industrie auf diesen Zug aufspringt und sich die Forschungsergebnisse ohne weitere Bedenken zu eigen macht.

Auf absehbare Zeit wird die Stammzellentherapie eine teure Angelegenheit bleiben. Dies bedeutet: Selbst wenn es eine Tages geklonte Menschen geben wird, werden es vor allem Leute sein, die sich so etwas finanziell leisten können.

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