Lebensmittel

Salmonellen-Infektionen: Hackfleisch riskanter als Geflügelprodukte

Eier und Hähnchen galten lange als Hauptquellen für Salmonellen-Erkrankungen. Das könnte sich nun als Mythos erweisen. Eine neue Analyse hat ergeben, dass sowohl rohes Schweinemett als auch Schweinemettwurst mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden sind.

Eine Studie des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes widerlegt die These, wonach Geflügelprodukte besonders viele Salmonellen-Erkrankungen auslösen. Tatsächlich ist das Infektionsrisiko vor allem bei Schweinefleisch höher.

Die Studienautoren untersuchten die häufigsten Risikofaktoren für sporadische Salmonelleninfektionen (Salmonellosen). Die Aussagen von mehr als 1.900 befragten Salmonellose-Patienten wurden dabei mit jenen von 680 Personen mit einer anderen Infektionskrankheit sowie 198 gesunden Kontrollpersonen verglichen. Aus der Analyse ging hervor, dass sowohl rohes Schweinemett als auch Schweinemettwurst mit einer erhöhten Erkrankungswahrscheinlichkeit verbunden sind.

Eine neue Studie zeigt: Nicht nur Geflügelprodukte sind anfällig für Salmonellen. (Foto: Flickr/News21)

Eine neue Studie zeigt: Nicht nur Geflügelprodukte sind anfällig für Salmonellen. (Foto: Flickr/News21)

Ebenfalls einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt ist, wer gerne grillt oder im Freien isst. Auch die mitunter weniger ausgereiften Hygienestandards bei Auslandsreisen und der häufige Kontakt mit Tieren werden durch die Studienergebnisse als häufige Grundlagen für Salmonellen-Infektionen bestätigt. Darüber hinaus war auch die Einnahme von gewissen antacidumhaltigen Arzneimitteln mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden, etwa bei Medikamenten gegen Sodbrennen. Dies liegt wahrscheinlich in der durch die Wirkstoffe geschwächten Säurebarriere im Magen begründet.

Der Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Geflügelprodukten und Salmonelleninfektionen war hingegen niedriger als erwartet. Die Ergebnisse decken sich mit Daten des Bundesinstituts für Risikobewertung und des Robert-Koch-Instituts, berichtet die ÄrzteZeitung.

Laut Robert-Koch-Institut ist die Zahl der Salmonellosen durch Salmonella Enteritidis in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen – von 50.595 im Jahr 2001 auf 6.951 im Jahr 2012. Diese Bakterienart wird häufig von Geflügel übertragen. Die Autoren ziehen daraus den Schluss, dass die im Jahr 2003 eingeführten EU-Maßnahmen zur Salmonellenbekämpfung in Geflügelbetrieben erfolgreich waren und sich in einer Reduktion der menschlichen Salmonellose-Fälle widerspiegeln.

Weniger stark zurückgegangen ist hingegen die Zahl der Infektionen mit einer anderen Salmonellengattung, die über Schweine- und Putenfleisch übertragen wird – von 17.821 auf 7.256. In einer ähnlichen Untersuchung aus dem Jahr 2009 hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung in 5 Prozent aller Hackfleischproben Salmonellen nachgewiesen. Das Institut sieht damit in rohem Hackfleisch eine eindeutige Infektionsquelle.

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