Therapie

Kölner Hausärzte wollen Dicken Beine machen

Kölner Ärzte wollen zusammen mit ihren übergewichtigen Patienten innerhalb eines halben Jahres 1.400 Kilometer zurücklegen. Auf diese Weise sollen mindestens 200 Patienten dazu motiviert werden, sich an einem zweijährigen Pilotprojekt zu beteiligen.

In Köln wollen Hausärzte zusammen mit ihren Patienten 1.400 Kilometer in nur einem halben Jahr zu Fuß zurücklegen. Das sind etwa 10.000 Schritte pro Tag. Seit dem 1. Mai nutzen 21 Hausarztpraxen die Vorsorgeuntersuchungen, um mit ihren übergewichtigen Patienten über die positiven gesundheitlichen Effekte von regelmäßiger Bewegung zu reden, berichtet die Ärztezeitung.

Mindestens 200 Patienten sollen dazu motiviert werden, sich an dem zweijährigen Pilotprojekt der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNo) und der Deutschen Sporthochschule Köln zu beteiligen. Dabei sollen sie ihr tägliches Bewegungspensum auf 10.000 Schritte oder das Äquivalent in anderen Bewegungsarten steigern.

Jeden Tag laufen Ärzte und Patienten 10.000 Schritte. Der imaginäre Fußmarsch nach Rom soll fit machen. (Foto: Flickr/Moyan Brenn)

Jeden Tag laufen Ärzte und Patienten 10.000 Schritte. Der imaginäre Fußmarsch nach Rom soll fit machen. (Foto: Flickr/Moyan Brenn)

Die Patienten erhalten dazu einen Schrittzähler. Die Ärzte unterstützen sie mit Bewegungstagebüchern und Gesprächen dabei, bei der Stange zu bleiben. Patienten in einer Düsseldorfer Kontrollgruppe erhalten hingegen nur allgemeine Bewegungsempfehlungen. Die Evaluation des Projekts durch die Sporthochschule soll zeigen, ob es den Hausärzten gelingt, eine nachhaltige Verhaltensänderung zu erreichen und so chronische Erkrankungen verhindern zu können.

„Gerade das enge Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient wird vielen Patienten helfen, erste Hürden bei der Lebensstiländerung zu nehmen“, sagte Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein. Sollte sich diese Hoffnung bestätigen, könne das langfristig Einfluss auf das Konzept der Vorsorgeuntersuchungen haben. „Wir wollen zeigen, dass wir als Ärzte präventionsorientiert sind“, so Henke.

Die Studie werde zeigen, wie die Beratung beim Arzt sein muss, damit Menschen bereit sind, ihren Lebensstil zu ändern, sagte Christine Graf vom Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln. „Wir untersuchen auch, warum sich Patienten weigern mitzumachen.“

Die Hausärzte und ihre Teams gehen als gute Beispiele voran. Sie haben ebenfalls Schrittzähler und beteiligen sich an der Kampagne, berichtete Graf. Im Internet können alle Teilnehmer die zurückgelegte Wegstrecke eintragen. „Ein Arzt hat sogar einen Preis ausgelobt für den, der als Erster in Rom ist.“ Bis dort sind es circa 1.400 Kilometer.

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