Politik

Massiver Engpass: Zahl der Organspender auf Rekordtief

Den deutschen Transplantationskliniken stehen 10 Prozent weniger Organe zur Verfügung als vor einem Jahr. Täglich sterben in Deutschland drei Schwerkranke, weil für sie kein Organ zur Transplantation verfügbar war.

Die Zahl der Organspender in Deutschland ist weiter rückläufig. Dabei ist die Nachfrage nach Organen für Transplantationen ungebrochen groß.
In den ersten Monaten dieses Jahres ist die Zahl der Spender erneut um 18 Prozent zurückgegangen. Die Rückschläge seien „in ihrer Dimension dramatisch“, zitiert das Ärzteblatt Rainer Hess, den Vorstandssprecher der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Bereits 2012 war die Zahl der Organspender um 12,8 Prozent gesunken. So wenige Spender hatte es seit 2002 nicht mehr gegeben.

Derzeit stehen den deutschen Transplantationskliniken 10 Prozent weniger Organe zur Verfügung als im Vorjahr, so Hess. Von einem Spender könnten bis zu sieben Organe entnommen werden.

Nur jeder vierte Deutsche hat sich bereit erklärt, seine Organe zu verschenken. (Foto: Flickr/the Italian voice)

Nur jeder vierte Deutsche hat sich bereit erklärt, seine Organe zu verschenken. (Foto: Flickr/the Italian voice)

Bundesweit warten derzeit 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Täglich sterben in Deutschland drei Schwerkranke, weil für sie kein Organ zur Transplantation verfügbar war. Die längsten Wartezeiten bestehen mit fünf bis sieben Jahren bei Nierentransplantationen. Auf eine Bauchspeicheldrüse muss man bis zu zwei Jahre warten. Empfänger von Herz, Lunge und Leber können nach drei bis sieben Monaten mit einem Spenderorgan rechnen.

In der Regel könne bundesweit nur jedem dritten Patienten auf den Wartelisten geholfen werden. „Diesem Mangel müssen wir entgegenwirken“, so Hess. In Deutschland seien laut Umfragen zwar die meisten Menschen zur Organspende bereit, doch nur jeder Vierte habe bisher einen Organspendeausweis.

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