Forschung

Überträger des Juckreizes entdeckt

Der Juckreiz ist eine eigenständige Sinneswahrnehmung. Nun haben Forscher den dazugehörigen Neurotransmitter gefunden. Früher wurde das Jucken für eine schwächere Form des Schmerzes gehalten.

Forscher haben einen Neurotransmitter entdeckt, der bei Mäusen im Rückenmark Juckreizsignale weiterleitet. Damit haben sie gezeigt, dass der Juckreiz eine eigenständige Sinneswahrnehmung ist.

Die Freisetzung eines Neurotransmitters im Rückenmark löst einen Prozess aus, der als Juckreiz wahrgenommen wird. Bei dem Transmitter handelt es sich um das natriuretische Polypeptid Typ B (NPPB). Dies schreiben Wissenschaftler des National Institutes of Health im Fachmagazin Science über ihre Versuche mit Mäusen.

Das nervige Jucken könnte bald der Vergangenheit angehören. Bei Mäusen konnte dies bereits erreicht werden. (Foto: Flickr/Dennis Vu)

Das nervige Jucken könnte bald der Vergangenheit angehören. Bei Mäusen konnte dies bereits erreicht werden. (Foto: Flickr/Dennis Vu)

„Unsere Arbeit zeigt, dass das Jucken, das früher für eine schwächere Form des Schmerzes gehalten wurde, ein eigenständiges Gefühl ist. Es ist auf eigene Weise im Nervensystem verankert“, sagt der beteiligte Forscher Mark Hoon.

Gentechnisch veränderte Mäuse, denen das Gen für NPPB fehlte, widerstanden der Injektion von Samen des gewöhnlichen Seifenkrauts. Selbst dieses sehr kräftige natürliche Juckpulver konnte ohne das Hormon NPPB nicht mehr bewirken, dass die Mäuse sich kratzen.

Ob NPPB auch beim Menschen an der Weiterleitung von Juckreizsignalen beteiligt ist, wurde noch nicht erforscht. Doch wegen der Ähnlichkeit der Nervensysteme auf Rückenmarksebene von Mensch und Maus müsste dies der Fall sein. Substanzen, welche die Signalwirkung von NPPB im Rückenmark stoppen, könnten ein effektives Mittel gegen Juckreiz sein.

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