Analyse

Blutspenden: Neue Anreize sollen Spender anlocken

Während der Sommerzeit werden die Blutspenden knapp. Hohe Temperaturen belasten den Kreislauf der Spender bei einer Blutentnahme. Mit Einkaufsgutscheinen oder einem freien und bezahlten Arbeitstag soll die Spendebereitschaft der Bürger erhöht werden.

Im Sommer werden die Blutspenden überall knapp. Einerseits kann die Urlaubszeit dafür verantwortlich gemacht werden, andererseits ist die Belastung auf den Kreislauf bei hohen Temperaturen nach einer Blutentnahme für manche Spender zu hoch.

Patienten mit lebensbedrohlichen Krankheiten sind aber auf Präparate und Medikamente angewiesen, die nur mit echtem Blut hergestellt werden können. Blut ist bisher nicht künstlich herstellbar. Blutpräparate haben nur eine kurze Haltbarkeit, eine Vollblutspende kann nur 35 bis 42 Tage verwendet werden. In den meisten Ländern ist die Blutspende freiwillig und unentgeltlich, aber auch wenig erfolgreich.

Bundesweit werden täglich 15.000 Blutspenden benötigt. Sammelorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sind daher auf die Spendebereitschaft und Eigeninitiative der Bürger angewiesen. Das reicht oft nicht, um den Bedarf an Blutkonserven zu decken. Die Auszahlung von einer Aufwandsentschädigung ist aber problematisch: Sie könnte falsche Anreize bieten und Menschen dazu verleiten, mit Blutspenden ihren Lebensunterhalt aufzubessern.

Durch T-Shirts und Handtücher, die gleichzeitig für Blutspenden werben, könnte dieses Problem umgangen werden. Auch die Vergabe von Lotterielosen oder Einkaufsgutscheinen, bei denen alkoholische Getränke ausgeschlossen werden, ist eine Alternative zum finanziellen Anreiz.

Der Ökonom Nicola Lacetera erzielte einen großen Erfolg, indem er als Anreiz einen freien und bezahlten Arbeitstag in Aussicht stellte. In einem Feldversuch hat sich die Zahl der Spender um 40 Prozent erhöht, berichtet das Ärzteblatt. Als weniger erfolgreich erwies sich ein kostenloser Bluttest. Auch das DRK stellt nach jeder Blutspende ein kleines Dankeschön bereit.

Für viele Menschen ist der Eigennutz der Blutspende nicht offensichtlich. Bereits aus dem Blutbild, welches vor jeder Spende durch einen kleinen Tropfen Blut des Spenders ermittelt wird, kann der Arzt vor Ort wichtige Rückschlüsse auf die Gesundheit der Spender ziehen. Die Anzahl der Blutkörperchen, die Versorgung des Organismus mit Sauerstoff und die Stärke der Abwehrkräfte werden ebenfalls analysiert.

Das DRK weist darauf hin, dass bei jeder Blutspende die eigene Blutgruppe in Erfahrung gebracht werden kann und auf dem Unfallhilfe- und Blutspender-Pass vermerkt wird. Überdies werden Tests zur Erkennung von virusbedingten Leberentzündungen (Hepatitis-B, -C), einer HIV-Infektion und Geschlechtskrankheiten kostenlos durchgeführt.

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