Industrie

Gesundheitswirtschaft wächst stärker als die Gesamtwirtschaft

Die industrielle Gesundheitswirtschaft wächst rasant: Deutschland soll den Markt anführen. Der BDI setzt auf Innovationen als Schlüssel zum Erfolg.

Die Rezession in Europa sorgt dafür, dass die industrielle Gesundheitswirtschaft mittlerweile doppelt so schnell wächst wie die deutsche Gesamtwirtschaft. Die Nachfrage aus dem europäischen Ausland hat in fast allen Bereichen in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Nur der Gesundheitssektor scheint diesem Trend zu trotzen.

Für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ist die Gesundheitswirtschaft sogar die treibende Wirtschaftskraft, ungeachtet von Automobilindustrie und Maschinenbau. „Deutschland muss Leitmarkt für Gesundheitswirtschaft werden und weiter von der Kraft dieses Sektors profitieren“, sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo während einer Veranstaltung mit Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler in Berlin.

Entwicklung der Bruttowertschöpfung: Repräsentativ ist diese Grafik allerdings nicht, da den besten Gesundheitsunternehmen auch den erfolgreichsten Unternehmen der deutschen Gesamtwirtschaft gegenübergestellt werden müssten. (Grafik: WifOR/Destatis)

Entwicklung der Bruttowertschöpfung: Repräsentativ ist diese Grafik allerdings nicht, da den besten Gesundheitsunternehmen auch den erfolgreichsten Unternehmen der deutschen Gesamtwirtschaft gegenübergestellt werden müssten. (Grafik: WifOR/Destatis)

Gesundheitswirtschaft sei der „Motor für Wertschöpfung, Wachstum und Beschäftigung in Deutschland“.  Voraussetzung sei aber, dass ständig neue Innovationen den Markt erreichen, den Wettbewerbsvorteil in Deutschland dauerhaft sichern und den Export von Technologien in der Branche sicherstellen. Die entscheidende Frage laute daher: „Wie können wir Innovationen und Innovationsfähigkeit der Gesundheitsbranche in Deutschland behalten?“

Bislang ist die Gesundheitswirtschaft jedoch auf einem guten Weg. Einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WifOR) in Darmstadt zufolge erzielten sieben Unternehmen in Deutschland im Jahr 2010 „eine Bruttowertschöpfung in Höhe von rund zehn Milliarden Euro. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 6,6 Prozent.“
Die positive Entwicklung spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider. Für jeden neuen Arbeitsplatz in der Gesundheitswirtschaft würden 2,5 zusätzliche Arbeitsplätze bei Zulieferern geschaffen, so die Studie.

Zu der Auswahl für die Studie gehören Unternehmen und Betriebsteile von Bayer HealthCare AG, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Fresenius SE & Co. KGaA, Grünenthal GmbH, Merck KGaA, Roche Holding GmbH und Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Den Erfolg dieser Unternehmen gegen die Gesamtwirtschaft aufzurechnen scheint jedoch das Bild zu verzerren. Zumindest kann die Frage aufgeworfen werden, ob die ausgewählten Unternehmen als repräsentativ für die gesamte Gesundheitswirtschaft erachtet werden können.

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