Umfrage

Rekordumsatz: Biotech-Branche ist auf dem Vormarsch

Die deutsche Branche der Biotechnologie hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Mitarbeiter eingestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Herstellung von Kosmetika, Nahrungs- oder Futtermitteln.

Unternehmen, die sich mit Biotechnologie beschäftigen, haben im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz von knapp drei Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einer Gewinnsteigerung von elf Prozent. Der Boom wirkt sich auch positiv auf die Entwicklung der Beschäftigung in dieser Branche aus: Die Zahl der Mitarbeiter hat sich um sieben Prozent auf 17.430 erhöht.

Das sind die Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Seit 2006 werden die Unternehmen der Branche befragt. In 2012 gab es 20 Neugründungen, so viele wie noch nie seit dem Start der Umfrage, berichtet die Informationsplattform Biotechnologie, die diese Studie nach den Richtlinien der OECD durchführte.

Die Entwicklung neuer Biotechnologie-Produkte garantiert der Branche wachsenden Umsatz. (Foto: Flickr/ChemieBW)

Die Entwicklung neuer Biotechnologie-Produkte garantiert der Branche wachsenden Umsatz. (Foto: Flickr/ChemieBW)

Bei der Umfrage wurden 693 Unternehmen befragt. Fast die Hälfte von ihnen ist im Gesundheitsbereich tätig. Zusätzlich bestätigten 128 Unternehmen, deren Geschäftsmodell nur teilweise im Bereich der Biotechnologie liegt, diesen positiven Trend. Auch bei ihnen hat sich die Zahl der Beschäftigten positiv entwickelt.

Durch die internationale Finanz- und Schuldenkrise sind die Innovationen jedoch zurückgegangen. Mit 934 Millionen Euro liegt das Volumen deutlich unter dem Niveau von 2011 (975 Millionen Euro). Innovationen durch Forschung sind aber notwendig, damit dieser Trend nicht zum Erliegen kommt. Der Export von deutschen Biotechnologie-Produkten sorgt weiterhin für einen starken Umsatz. „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen: Biotech-Produkte made in Germany sind international gefragt“, sagte Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender des Unternehmensverbandes BIO Deutschland.

Allen Teilbereichen voran konnte die Chemiebranche ihre Verfahrenstechniken in großem Ausmaß für die Industrie nutzbar machen. Die Mehrzahl aller Firmen der industriellen Biotechnologie ist darüber hinaus bei der Herstellung von Kosmetika, Nahrungs- oder Futtermitteln aktiv.

Die Branche finanziert sich auch durch Subventionen vom Bund, die derzeit bei 47 Millionen Euro liegen. Auffällig ist, dass sich das Volumen des Fremdkapitals von 142 auf 300 Millionen Euro mehr als verdoppelt hat. Der Erfolg der Branche zieht Finanzakteure an, die aufgrund der Schwankungen auf den Finanzmärkten nach sicheren Geldanlagen suchen. „Die spektakulären Übernahmen von Corimmun, Micromet und Cellzome haben den Finanzierern 2012 eine gute Rendite beschert“, sagte Boris Mannhardt, Leiter der Studie. Investoren konnten durch den Verkauf von Firmen mehr als eine Milliarde Euro erwirtschaften.

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