Europa

Spanische Krankenhäuser lehnen EKVK ab

Spanien kommt seiner Verpflichtung nicht nach, Touristen aus Europa die gleiche Versorgung zu gewähren wie Einheimischen. Stattdessen müssen Touristen für Notbehandlungen immer öfter selbst bezahlen.

Spanische Krankenhäuser erkennen häufig die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) nicht an. Stattdessen müssen Touristen für Notbehandlungen immer öfter selbst bezahlen. Nun hat die EU-Kommission eine Erklärung von Spanien gefordert. Die deutschen Krankenkassen haben sich längst auf das Problem eingestellt.

Man sei besorgt darüber, dass Spanien womöglich seinen EU-rechtlichen Verpflichtungen nicht nachkomme, so die EU-Kommission in einer Pressemitteilung. Spanien müsse Personen aus anderen EU-Mitgliedstaaten, die sich vorübergehend im Land aufhalten, im medizinischen Notfall die gleiche Versorgung zukommen lassen wie den Einheimischen.

Im Spanienurlaub sollte man sich nicht auf seine Europäische Versichertenkarte verlassen. Sonst kann ein Sportunfall sehr teuer werden. (Foto: Flickr/surfglassy)

Im Spanienurlaub sollte man sich nicht auf seine Europäische Versichertenkarte verlassen. Sonst kann ein Sportunfall sehr teuer werden. (Foto: Flickr/surfglassy)

Der Techniker Krankenkasse sind diese Probleme seit Jahren bekannt. Nicht nur spanische, sondern auch Krankenhäuser anderer EU-Mitgliedstaaten lehnten die EKVK ab. Die Krankenkasse ist daher dazu übergegangen, mit den europäischen Krankenhäusern Direktvereinbarungen zu treffen. „Die Europäische Versicherungskarte wird dann gar nicht benötigt“, sagte TK-Sprecher Hermann Bärenfänger den Deutschen Gesundheits Nachrichten.

Die Versicherten sollten die auf ihrer Krankenkarte stehende Hotline anrufen. Dann würden sie direkt an ein nahegelegenes Krankenhaus vermittelt, bei dem es keine Probleme gebe. Zudem zeigte Bärenfänger Verständnis für die spanischen Krankenhäuser. Zahlungen über das EU-System könnten lange dauern. Die Krankenhäuser wollten einfach nicht so lange auf ihr Geld warten.

Die EKVK soll eigentlich ihren Inhaber berechtigen, während des Aufenthalts in einem EU-Land, der Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island Leistungen der medizinischen Notfallhilfe in Anspruch zu nehmen. Dies gilt für alle Personen, die in einem der genannten Länder in der öffentlichen Krankenversicherung versichert sind.

Die Kommission reagierte auf die Beschwerden über Spaniens Krankenhäuser nun zunächst mit einem Auskunftsersuchen. Spanien muss innerhalb von zwei Monaten darauf antworten. Dies ist die erste Stufe eines EU-Vertragsverletzungsverfahrens.

Leistungen der öffentlichen Gesundheitsversorgung sind in Spanien in der Regel kostenlos. Die EKVK verleiht ihrem Inhaber Anspruch auf die gleiche Behandlung, die spanische Staatsangehörige erhalten. Doch in mehreren Fällen erhielten EU-Bürger die nicht zutreffende Auskunft, dass ihre EKVK nicht gültig sei, wenn sie eine Reiseversicherung abgeschlossen hätten.

Andere Patienten nahmen an, sie seien auf der Grundlage ihrer EKVK behandelt worden. Später fanden sie jedoch heraus, dass die Behandlung ihrer Reiseversicherung in Rechnung gestellt worden war. Doch die Reiseversicherungen decken in den meisten Fällen keine privaten Behandlungen ab. Daher bleiben Patienten immer häufiger auf den Rechnungen sitzen, die sie bei einem medizinischen Notfall vor Ort sofort in bar oder per Kreditkarte zahlen mussten.

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