Ausland

China holt auf: Versicherungsschutz bald flächendeckend

Bald wird China die stärkste Volkswirtschaft der Welt werden. Der Gesundheitssektor hinkt der Wirtschaft noch hinterher. Mit strukturellen Veränderungen soll der hohe Wirtschaftswachstum Chinas in den nächsten Jahren nachhaltig fortgeführt werden.

In wenigen Jahren wird China die USA als größte Volkswirtschaft abgelöst haben. Der Präsident des Handelsblatt Research Institute, Bert Rürup, ist sich dessen „sehr sicher“. Umbauten im Gesundheitssystem Chinas könnten dazu beitragen, dass das hohe Wirtschaftswachstum auch in den nächsten Jahren nachhaltig fortgeführt werden könne, so Rürup auf dem Symposium der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für Medizin (DCGM).

Die Gesundheitsreform, die bereits im Jahr 2009 angestoßen wurde ist, hat sich einer grundlegenden Gesundheitsversorgung der Bevölkerung verschrieben. Dieses Ziel sei bereits erreicht, sagte Gan Ge, Vizedirektor der Abteilung für strukturelle Reformen der National Health and Family Planning Commission of China dem Ärzteblatt. Etwa 95 Prozent der Bevölkerung sind mit der Basisversicherung abgedeckt.

Das „Reich der Mitte“ hat bald die stärkste Wirtschaft. Auch der Gesundheitssektor boomt. (Foto: Flickr/KungPaoCajun)

Das „Reich der Mitte“ hat bald die stärkste Wirtschaft. Auch der Gesundheitssektor boomt. (Foto: Flickr/KungPaoCajun)

Auch 90 Prozent der Dörfer sind mittlerweile mit Gesundheitsstationen ausgestattet, die die Primärversorgung in den Regionen gewährleisten. Der Staat hat den Zuschuss für die Landbevölkerung von 20 auf 240 Yuan um den Faktor zwölf erhöht. Trotzdem gibt es in manchen ländlichen Regionen – wie in Deutschland auch – einen Mangel an Fachkräften und Ärzten.

Durch die Reformen hat sich die Qualität der Versorgung bereits verbessert. Die Sterblichkeitsrate von Frauen in der Schwangerschaft hat sich innerhalb von vier Jahren bis 2012 um etwa ein Drittel reduziert. Auch die Säuglingssterblichkeit ist in diesem Zeitraum gesunken. Die Anzahl der Krankenhausbehandlungen ist von 49 auf 68 Milliarden Behandlungen gestiegen.

Auch die Finanzierung des Gesundheitssystems ist effizienter geworden. „Wir haben durch Ausschreibungs- und Einkaufsmechanismen eine Absenkung der Arzneimittelpreise um 30 Prozent erreichen können“, berichtete Gan. Der Eigenanteil an privaten Zuzahlungen ist von 2008 bis 2012 um sechs Prozent auf 34,4 Prozent gesunken. In Deutschland sind es etwa zehn Prozent.

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