Deutschland

Infektionsrisiko in den Überschwemmungsgebieten steigt

Behörden rufen zu Vorsichtsmaßnahmen in den Hochwassergebieten auf. Eine Epidemie ist jedoch nicht zu befürchten. Das Trinkwasser kann bisher noch bedenkenlos verwendet werden. Mit Überschwemmungswasser in Berührung gekommene Lebensmittel sollten dagegen nicht verzehrt werden.

In den Überflutungsgebieten an Donau und Elbe steigt das Infektionsrisiko durch die Verunreinigung des Wassers an. Durch die Überschwemmungen kann Kanalisationswasser freigespült werden und ins Trinkwasser gelangen. Bisher haben die örtlichen Gesundheitsämter allerdings keine Abkochempfehlung oder Verwendungseinschränkungen angeordnet, das Trinkwasser kann daher noch bedenkenlos verwendet werden. Mit Überschwemmungswasser in Berührung gekommene Lebensmittel sollten dagegen nicht verzehrt werden.

Denn nach Warnungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko durch Krankheitserreger, die über den Stuhl ausgeschieden und dann über den Mund aufgenommen werden. Insbesondere handele es sich bei den dann auftretenden Krankheiten um Magen-Darm-Erkrankungen oder Hepatitis A. Noch sei es jedoch nicht zu erhöhten Infektionen gekommen.

Hochwasser im niederbayerischen Passau: Kontaminiertes Wasser kann die Zahl der Infektionen in die Höhe treiben. (Foto: Flickr/Stefan Penninger)

Hochwasser im niederbayerischen Passau: Kontaminiertes Wasser kann die Zahl der Infektionen in die Höhe treiben. (Foto: Flickr/Stefan Penninger)

Solange sauberes Trink- und Waschwasser und frische Lebensmittel vorhanden seien, sei es aber nicht notwendig, Impfungen gegen Hepatits A zu erwägen, so das RKI. Nur für Einsatzhelfer wie Kanalisations- und Klärwerksarbeiter sei es sinnvoll, das Immunsystem mit einer Impfung zu stärken. Auch durch wasserdichte Schutzkleidung und Händewaschen vor dem Essen könne das Risiko minimiert werden.

Nach der Überschwemmung können die hygienischen Probleme sich noch verschärfen. Bei Aufräumarbeiten steigt für die Helfer die Gefahr, mit dem kontaminierten Wasser in Kontakt zu kommen. Kinder sollten nicht in der Nähe der Überschwemmungsgebiete baden oder spielen. Problematisch sind private Brunnen, Teiche, Bäche sowie Obst und Gemüse, das durch die Überschwemmung kontaminiert sein könnte.

In jenen Hochwassergebieten in Deutschland, in denen die Aufräumarbeiten bereits in vollem Gange sind, werden erste Schätzungen über die wirtschaftlichen Schäden angestellt. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Niederbayern geht davon aus, dass allein in ihrer Region tausende Unternehmer in ihrer Existenz gefährdet sind. In ganz Deutschland wird der wirtschaftliche Schaden vermutlich hunderte Millionen Euro betragen.

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