Unverträglichkeit

Nickelhaltige Tätowiermittel lösen Allergien aus

Nickel kann schwere allergische Reaktionen auslösen. Vor Rückständen des Metalls in Tätowiermitteln wird gewarnt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung setzt sich dafür ein, dass Hersteller den Nickelgehalt auf das technisch geringstmögliche Maß beschränken sollen.

In vielen Tätowierfarben sowie in Permanent Make-Up sind Spuren von Nickel enthalten. Für Menschen mit einer Nickelallergie ein schwerwiegendes Problem: Bei ihnen kann es zu äußerst schmerzhaften Hautveränderungen kommen.

Für Allergiker ist bei Tattoos deshalb Vorsicht geboten. Derzeit sind in Deutschland rund neun Prozent der Bevölkerung tätowiert, die Tendenz ist steigend. „Weil sich immer mehr Menschen ein Tattoo stechen lassen, ist zu erwarten, dass die Rate von Nickelallergien in den kommenden Jahren zunehmen wird“, sagt Andreas Hensel, der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

Wer sich ein Tattoo stechen lässt, sollte vorher einen Allergietest gemacht haben. (Foto: Flickr/ Jhong Dizon)

Wer sich ein Tattoo stechen lässt, sollte vorher einen Allergietest gemacht haben. (Foto: Flickr/ Jhong Dizon)

Nickel ist das Kontaktallergen mit der höchsten Sensibilisierungsrate. Verbraucher, die gegen das Metall allergisch sind, können das Allergen im Alltag kaum vermeiden. Immerhin ist der Stoff auch in Lebensmitteln, Schmuck, Piercings, Lederwaren, Farben oder Haushaltsprodukten sowie Zahnersatz oder Körperimplantaten enthalten. Eine Nickelallergie kann deshalb zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität führen. Die Symptome umfassen zum Teil schwere Hautveränderungen, beispielsweise Flechtenbildung.

Dabei sollte gerade in Tattoos und Permanent Make-Up kein Nickel enthalten sein, da die schützende Barriere der Haut wegfällt, wenn die Mittel direkt eingestochen werden. Neben Nickel können Tätowiermittel auch andere problematische Stoffe enthalten. Dabei müssen diese nicht unbedingt Bestandteil der Farbpigmente oder der Trägermittel sein. Sie können auch als Verunreinigung während des Herstellungsprozesses entstehen und anschließend beim Stechen unter die Haut gelangen.

Das BfR will Hersteller von Tätowiermitteln darauf drängen, den Nickelgehalt auf das technisch geringstmögliche Maß zu beschränken. Zugelassen werden dürften nur bewertete und gesundheitlich unbedenkliche Stoffe. Bisher legen die Anbieter dazu kaum Informationen vor.

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  1. Die Nickelallergie hat sich mittlerweile zum Volksleiden entwickelt. Jetzt gibt es schon ca. 10 Millionen Nickelallergiker (mehr Infos auch unter http://www.nickelfrei.de). Aber es ist auch kein Wunder. Da muss viel mehr mit Auflagen gearbeitet werden. Am besten mit empfindlichen Strafen bei Nichteinhaltung. Nickel in Lebensmitteln, in Gebrauchsgegenständen und jetzt auch noch Tattoofarben. Ich bin betroffen und empört.