Studie

Luftverschmutzung erhöht Autismus-Risiko

Frauen, die während der Schwangerschaft höherer Luftverschmutzung ausgesetzt sind, bringen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit autistische Kinder zur Welt. Inzwischen sind zwei Prozent der Kinder betroffen.

Auf der Suche nach Ursachen für Autismus sind Forscher der Harvard University auf eine Verbindung zur Luftverschmutzung gestoßen. Wenn Frauen während der Schwangerschaft höherer Luftverschmutzung ausgesetzt sind, dann steigt ihr Risiko, ein autistisches Kind zur Welt zu bringen.

Kindern mit Autismus fällt es oft schwerer, mit anderen Menschen zu kommunizieren. (Foto: Flickr/hepingting)

Kindern mit Autismus fällt es oft schwerer, mit anderen Menschen zu kommunizieren. (Foto: Flickr/hepingting)

Die Verbindung von Autismus und Luftverschmutzung ist bereits in früheren Studien vermutet worden. Doch „die Leute waren skeptisch“, zitiert Bloomberg Marc Weisskopf, einen Autor der aktuellen Studie. Auch er selbst habe gar nicht erwartet, diese Verbindung tatsächlich nachweisen zu können.

Die Forscher nutzten Daten der US-Umweltbehörde EPA, um zu ermitteln, wie stark die Frauen den Umweltgiften ausgesetzt waren. Doch diese Methode sei alles andere als perfekt, sagte Weisskopf. Viele der Stoffe träten gemeinsam auf, sodass der Einfluss der einzelnen Stoffe kaum festzustellen sei.

Zudem werden die EPA-Daten zur Luftverschmutzung nur alle vier Jahre erhoben. Die Schätzungen darüber, wie stark die Mütter womit belastet wurden, seien daher sehr fehlerbehaftet. Doch aufgrund der Größe der Studie gelte der Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Autismus nun als sicher.

Schwangere Frauen, die hohen Luftbelastungen mit Dieselpartikeln oder Quecksilber ausgesetzt waren, brachten mit einer doppelt so hohen Wahrscheinlichkeit autistische Kinder zur Welt wie Schwangere in Gebieten mit geringer Verschmutzung.

Bei einem von fünfzig Kindern wird in den USA Autismus oder eine verwandte Störung diagnostiziert. Kinder mit Autismus können unempfänglich für andere Menschen sein, gleichgültig gegenüber sozialen Aktivitäten werden und Kommunikationsschwierigkeiten entwickeln. Die Ursache des Autismus ist nicht geklärt, es werden allerdings genetische Faktoren für wichtig erachtet.

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