Rauchen

Immer weniger Jugendliche rauchen Zigaretten

Die Zahl der jugendlichen Raucher hat sich in den letzten zehn Jahren halbiert. Auch das Einstiegsalter stieg an. Der Trend der Regulierung setzt sich fort: Die neuen E-Zigaretten werden strengeren Auflagen unterzogen

Bei den 12- bis 17-jährigen Jugendlichen ist die Raucherquote innerhalb der letzten zehn Jahre drastisch gesunken. Im Jahr 2012 rauchten zwölf Prozent der Jugendlichen, 2001 waren es noch 27,5 Prozent, berichtet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Damit hat sich die Quote mehr als halbiert. Die Quote der Jugendlichen, die noch nie geraucht haben, stieg auf 71,7 Prozent. 2001 waren es nur 40,5 Prozent.

Entwicklung der rauchenden und nichtrauchenden 12- bis 17-jährigen Jugendlichen von 1979 bis 2012 (Grafik: BZgA)Entwicklung der rauchenden und nichtrauchenden 12- bis 17-jährigen Jugendlichen von 1979 bis 2012 (Grafik: BZgA)

Entwicklung der rauchenden und nichtrauchenden 12- bis 17-jährigen Jugendlichen von 1979 bis 2012 (Grafik: BZgA)

Der Trend bestätigt sich auch bei den 18- bis 25-Jährigen. 35,2 Prozent von ihnen rauchen, 2001 waren es noch 44,5 Prozent. Etwa jeder Dritte der jungen Erwachsenen hat noch nie geraucht, 2001 war es knapp jeder vierte.

Das Alter, in dem Jugendliche mit dem Rauchen beginnen, ist mit 14,4 Jahren immer noch sehr niedrig, liegt aber etwa ein Jahr höher als 2001 (13,6). Bildungs- und soziale Unterschiede haben weiterhin Auswirkungen auf das Rauchverhalten. „Während 6,9 Prozent der Gymnasiasten rauchen, sind es bei den Hauptschülern 16,7 Prozent und bei den Realschülern 10,9 Prozent. Auch in der höheren Altersgruppe setzen sich die sozialen Unterschiede im Rauchverhalten fort“, heißt es in dem Bericht der BZgA.

Die aktuellen Zahlen seien die niedrigsten seit dem Beginn der Aufzeichnungen. „Nichtrauchen ist über die letzten Jahre für Jugendliche zu einer gesellschaftlichen Norm geworden“, sagte Elisabeth Pott von der BZgA. „Die Zahlen bestätigen, dass Tabakprävention auch zukünftig weiter in Schulen implementiert werden muss, um alle sozialen Schichten zu erreichen.“

Die E-Zigarette scheint bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht anzukommen. Obwohl der Bekanntheitsgrad des neuen Rauchwerkzeuges bei beiden Gruppen recht hoch ist, gaben von den Jugendlichen nur 9,1 Prozent an, jemals an dem elektrischen Nikotinverdampfer gezogen zu haben (18,4 Prozent bei den jungen Erwachsenen).

Der Bewusstseinswandel zur Eindämmung des Rauchens hat mit Warnhinweisen auf den Verpackungen und dem teilweisen Rauchverbot in zahlreichen Kneipen in Deutschland seinen Höhepunkt erreicht. Zwar halten sich nicht alle Bars an die Vorgaben zur Bereitstellung eines eigenen Raucherraumes, dennoch wird der Raum für die Raucher immer enger.

Wenn es nach der EU geht, sollen künftig auch Zusatzstoffe wie Menthol oder Schokoladen-Aroma verbannt werden. E-Zigaretten sollen strengeren Auflagen unterzogen werden. Hierbei ist vor allem noch unklar, ob sich die zu verdampfenden Liquide dem Arzneimittel- oder dem Tabakgesetz unterordnen lassen.

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