Viren

Wissenschaftler lassen gefährliche Grippeviren mutieren

Experimente mit Vogelgrippeviren sind gefährlich. Wissenschaftler können die Ansteckung und Übertragung von Viren auf Säugetiere verbessern. Der Deutsche Ethikrat befasst sich mit dieser Vorgehensweise. Die Gefahr einer Pandemie steigt

Ein neues Influenza-Virus, welches Forscher im Labor entwickelt haben, wird als hochgefährlich  eingestuft. „Das sind wahrscheinlich die gefährlichsten Viren, die wir produzieren können“ sagte Ron Fouchier vom Erasmus Medical Center in Rotterdam in einem Bericht von DocCheck. Bislang konnten herkömmliche Vogelgrippe-Viren nur von Huhn zu Huhn übertragen werden. Dank der Arbeit der Forscher kann die Ansteckung nun auch artübergreifend von Säugetier zu Säugetier erfolgen.

Die Forschung an neuen Virusmutationen kann die Ansteckung von Grippeviren auf andere Säugetiere erhöhen. (Foto: Flickr/Padmanaba01)

Die Forschung an neuen Virusmutationen kann die Ansteckung von Grippeviren auf andere Säugetiere erhöhen. (Foto: Flickr/Padmanaba01)

„Ich kann mir keinen anderen pathogenen Organismus vorstellen, der mir so unheimlich wie dieser ist“, sagte Paul Keim von der nationalen Biosicherheitsbehörde der USA (NSABB). Die beiden Forscher konnten die Ansteckung von Frettchen mit dem Vogelgrippe-Virus erzwingen. Frettchen werden, wegen ihrer Ähnlichkeit zum Menschen, oft als Modell-Organismus bzw. als Versuchstiere genommen.

Die Öffentlichkeit wurde verspätet über diese „Erfolge“ informiert. Erst ein halbes Jahr später wurden entsprechende Studien in der „Science“ veröffentlicht. Vor einigen Wochen wurde in der Science dann über ein zweites, wissenschaftlich manipuliertes Virus berichtet. Hierbei handelt es sich um einen Zwitter zwischen Schweinegrippe (H1N1) und den Vogelgrippe-Vieren vom Typ H5N1, welcher Meerschweinchen auf dem Luftweg anstecken kann. Bei den Veränderungen an den Viren handele es sich zwar nur um marginale Eingriffe, aber „wenn diese säuger-übertragbaren Viren auf natürliche Weise entstehen, dürfte eine Pandemie sehr wahrscheinlich sein“, so Hualan Chen, Leiter der Studie an der chinesischen Akademie der Wissenschaften.

Der Deutsche Ethikrat beschäftigt sich derzeit mit der Frage, ob solche gefährlichen Studien überhaupt durchgeführt werden dürfen. Das Gremium aus Natur- und Rechtswissenschaftlern, Ethikern und Sicherheitsberatern der Politik gab zuletzt im April eine Stellungnahme zu dem Thema ab: „Dass das Virus (H5N1) bisher nicht zu einer Pandemie führte, beruht in erster Linie darauf, dass es im Gegensatz zu humanen Influenzaviren nicht auf dem Luftweg von Mensch zu Mensch übertragen wird“, sagte Hans Dieter Klenk von der Philips-Universität Marburg. Von zentraler Bedeutung sei daher die Frage, „ob und in welcher Weise H5N1-Viren diese Eigenschaft erwerben können“.

Dieser Aspekt ist auch unter sicherheitspolitischen Gesichtspunkten interessant. Sollten Viren bald so manipuliert werden können, dass sie sich mühelos von Mensch zu Mensch über die Luft übertragen können, dann kommt das der Entstehung einer neuen biologischen Waffe gleich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzte sich daher – gegen die US-Behörden – für die Veröffentlichung sämtlicher in diesem Zusammenhang stehender Studien ein, um das Gefahrenpotenzial transparent zu machen.

Ein zunächst beschlossenes Moratorium für solche Experimente an potenziell tödlichen Viren konnte indes nicht durchgesetzt werden. Seit Beginn des Jahres 2013 darf wieder weiter geforscht und experimentiert werden. Das Risiko eines Labor-Unfalls sei weitaus größer als öffentlich bekannt, denn viele Beinahe-Katastrophen würden geheim gehalten, sagte Jeffrey Taubenberger, US-Experte für Risikokommunikation, in einem Bericht der FAZ. Allerdings genüge „das Wissen um die Pathogenität und Übertragbarkeit der Viren in Frettchen“ noch nicht, „um das Verhalten im Menschen vorauszusagen“.

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  1. Die großen Kotzbrocken(Bilderberger) wollen die Menschheit schon lange Dezimieren jetzt könnte Ihr Traum von ihrer New World Order doch noch in Erfüllung gehen.
    Wir sind auf dem Planet der Affen.