Abrechnung

Hausärzte-EBM: Beratungsgespräch wird extra abgerechnet

Mit dem neu ausgehandelten Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) können Hausärzte neue Leistungen abrechnen. Bei den Versichertenpauschalen wird in Zukunft nach Altersgruppen unterschieden. Bestimmte Gesprächsleistungen können als Einzelleistung abgerechnet werden.

Niedergelassene Ärzte müssen sich auf neue Regeln für die Abrechnung ihrer Leistungen einstellen. (Foto: TK Presse)

Niedergelassene Ärzte müssen sich auf neue Regeln für die Abrechnung ihrer Leistungen einstellen. (Foto: TK Presse)

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich auf Änderungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) geeinigt. Ziel ist die Stärkung der hausärztlichen Grundversorgung.

Der EBM regelt vertragsärztlich erbrachte ambulante Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die ersten Änderungen werden zum 1. Oktober 2013 umgesetzt, berichtet die ÄrzteZeitung. Weitere sollen zum 1. Juli 2014 folgen.

Beschlossen ist, die Versichertenpauschale, die der Arzt einmal im Quartal pro Patient abrechnen kann, nach fünf Altersklassen zu differenzieren. Die Pauschale soll sich somit näher am tatsächlichen Betreuungsbedarf der Patienten orientieren.

Desweiteren können bestimmte Gesprächsleistungen wieder als Einzelleistung abgerechnet werden. Der Richtwert beträgt neun Euro je zehn Minuten für ein Beratungsgespräch bei „lebensverändernder Krankheit“. Zur Verbesserung der fachärztlichen Grundversorgung sind zusätzlich rund 125 Millionen Euro vorgesehen.

Um den hausärztlichen Versorgungsauftrag besser als bisher abzubilden, wird eine neue Pauschale („versorgungsbereichsspezifische Grundpauschale“) in den EBM aufgenommen. Ausgenommen sind hierbei jedoch Leistungen, bei denen keine hausärztliche Versorgung durchgeführt wird, etwa Akupunktur, Psychotherapie, Schmerztherapie und Schlafdiagnostik.

„Der neue EBM ist ein wichtiger Schritt, um eine wohnortnahe ambulante Versorgung auch in Zukunft gewährleisten zu können“, sagte Regina Feldmann, Vorstand der KBV. Vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Bevölkerung und dem bereits spürbaren Mangel an Hausärzten sei dies dringend erforderlich. Außerdem sollen junge Mediziner motiviert werden, sich als Hausarzt niederzulassen. Kritik kommt hingegen vom Hausärzteverband. „Hier findet lediglich eine Umverteilung der Mittel statt. Zusätzliche Gelder werden nicht bereitgestellt“, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *