Diskriminierung

Klinikum Essen: Gehörlose von Blutspende abgehalten

Das Uniklinikum Essen verweigerte Gehörlosen die Zulassung zum Blutspenden. Gehörlosen-Verbände sehen darin eine Diskriminierung. Ein Ausschluss von Gehörlosen oder Blinden von der Blutspende ist rechtlich nicht zulässig.

Blutinfusionen können Leben retten. Umso ärgerlicher, wenn Menschen widerrechtlich von der Blutspende abgehalten werden. (Foto: Flickr/makelessnoise)

Blutinfusionen können Leben retten. Umso ärgerlicher, wenn Menschen widerrechtlich von der Blutspende abgehalten werden. (Foto: Flickr/makelessnoise)

Das in Landesbesitz stehende Uniklinikum Essen sieht sich scharfer Kritik ausgesetzt, weil es Gehörlose nicht zur Blutspende zulässt. Vor allem die Begründung der Ablehnung sorgt für Empörung bei Behinderten-Verbänden: Mit dieser Gruppe von Spendern sei kein vertrauliches Arztgespräch möglich.

Das widerspricht jedoch geltendem Recht. Es gibt keinerlei rechtliche Vorschriften, die Gehörlose oder Blinde von der Blutspende ausschließen würden. Dieser Einschätzung schloss sich auch der nordrhein-westfälische Landtag an, der sich im Zuge der breiten Kritik mit dem Thema beschäftigte. Gesundheits-Staatssekretärin Marlis Bredehorst sagte, Vorfälle wie in Essen seien „sehr bedauerlich“. Wo es derzeit noch einen Ausschluss von Behinderten gebe, müsse die Praxis geändert werden.

Nach der öffentlichen Aufregung sah man in Essen ein Fehlverhalten ein. „Wir werden eine Lösung finden, um allen gehörlosen Spendern die Möglichkeit anzubieten, zur Blutspende zu uns zu kommen“, zitiert die WAZ eine Klinikum-Sprecherin.

Anlass war ein kürzlich publik gewordener Fall aus dem vergangenen Dezember: Eine junge Frau wurde von der Klinik mit der Begründung abgewiesen, dass auch bei Hinzuziehung eines Gebärdensprachdolmetschers keine reibungslose Kommunikation möglich sei. Problematisch sei auch, wenn es nach der Spende zu Komplikationen komme, hieß es damals.

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