Konzerne

Pharmaindustrie: Großübernahme von Onyx vorerst gescheitert

Der weltweite Markt für Medikamente steckt mitten in einer Konsolidierungsphase. Nächster Übernahmekandidat ist der amerikanische Anbieter Onyx Pharmaceuticals. Dieser hat bereits ein Angebot von Amgen von 10 Milliarden Dollar ausgeschlagen und bietet sich selbst zum Verkauf an.

Auch die Bayer AG könnte sich noch am Übernahmekampf rund um das US-Unternehmen Onyx beteiligen. (Foto: Flickr/Conan)

Auch die Bayer AG könnte sich noch am Übernahmekampf rund um das US-Unternehmen Onyx beteiligen. (Foto: Flickr/Conan)

Amgen, einer der weltweit führenden Pharmakonzerne, will für rund zehn Milliarden Dollar den kleineren Rivalen Onyx Pharmaceuticals übernehmen. Das Angebot ist den Onyx-Managern jedoch zu niedrig: Die Offerte spiegele nicht das Potenzial des Unternehmens wider, erklärten Vertreter der Biotechfirma aus San Francisco.

Onyx galt schon länger als potentielles Übernahmeziel für größere Konzerne. Auch der deutschen Bayer AG wird Interesse nachgesagt, berichtet Reuters. Die auf Krebsmedizin spezialisierte Onyx arbeitet mit Bayer bereits seit Jahren bei den Krebspräparaten Nexavar gegen Nieren- und Leberkrebs sowie Stivarga gegen Darmkrebs zusammen. Darüber hinaus hatte Onyx 2012 das Blutkrebsmittel Krypolis auf den Markt gebracht, dem manche Analysten Umsätze von drei Milliarden Dollar zutrauen. Nach Meinung von Robin Karnauskas von der Deutschen Bank könnte Onyx einem Fusionspartner bis zu 148 Dollar je Aktie wert sein.

Amgen bot den Onyx-Aktionären erst einmal 120 Dollar je Aktie in bar an, ein Wert, der deutlich über dem momentanen Kurs liegt. Der Börsenwert von Onyx liegt aktuell bei rund 6,32 Milliarden Dollar. Im vergangenen Jahr kam das Unternehmen auf einen Umsatz von 362 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Amgen hat derzeit einen Börsenwert von 74 Milliarden Dollar und erwirtschaftete im vergangenen Jahr Erlöse von 17,3 Milliarden Dollar.

Viele der großen Pharmakonzerne sondieren derzeit den Markt nach geeigneten Übernahmezielen. Nur so können sie ihre Umsätze halten, laufen doch bei vielen großen Herstellern Patente umsatzstarker Arzneien aus. Firmen, die Krebspräparate produzieren, sind besonders gefragt. Der Bedarf an neuen Arzneien in diesem Bereich ist hoch. Zudem lassen sich damit gute Preise erzielen. Insgesamt wurden in der Pharma-Industrie im ersten Halbjahr Fusionen und Übernahmen im Volumen von 93,6 Milliarden Dollar auf den Weg gebracht – gut 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

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