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Philips erwartet Boom bei medizinischen Hightech-Geräten

Philips, Europas größter Elektronikhersteller, verdoppelt seine Forschungsausgaben bei Hightech-Systemen für den Gesundheitssektor. Und dass, obwohl die Umsätze mit diesen Geräten im vergangenen Jahr gesunken sind. Die Sparpolitik in Europa macht Investitionen in die Sparte zu einem Risikogeschäft.

Philips setzt trotz der schwierigen Marktlage auf die Entwicklung medizinischer Hightech-Geräte. (Foto: Flickr/Army Medicine)

Philips setzt trotz der schwierigen Marktlage auf die Entwicklung medizinischer Hightech-Geräte. (Foto: Flickr/Army Medicine)

Der Elektronik-Riese Philips setzt in Zukunft verstärkt auf den Medizinsektor. Der Konzern mit Sitz in den Niederlanden glaubt an einen massiven Aufschwung beim Absatz hochpreisiger neuer Geräte.

Kürzlich wurde in den USA ein neuartiges Röntgensystem vorgestellt, das mit einer sehr niedrigen Strahlendosis arbeitet, berichtet die FT. Das Konzept mit Namen AlluraClarity gehört zur Gruppe neuer Abbildungsgeräte, die bei der Durchführung schwieriger Operationen helfen sollen. Per Digitalanzeige werden Chirurgen durch die vom Eingriff betroffenen Körperpartien geleitet, wodurch diese weniger Schaden davonziehen. Neben der Röntgen-Version wird auch vergleichbaren Methoden unter Verwendung von Ultraschall oder MRI-Technik eine steigende Bedeutung vorhergesagt.

Insgesamt erzielte Philips in der Sparte Abbildungs-Geräte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro. Das ist ein wichtiger Beitrag zu den zehn Milliarden Euro, die der Konzern insgesamt mit allen medizinischen Geräten umsetzte. Das Unternehmen erhöhte die Forschungsausgaben in diesem Bereich seit 2009 um mehr als 60 Prozent. Heute investiert es fast doppelt so viel in die Weiterentwicklung seiner Medizingeräte als in seine Beleuchtungssparte – obwohl Philips der weltweit größte Hersteller von Leuchtkörpern ist.

In der Ausweitung des Engagements stecken jedoch erhebliche Risiken. Noch schlägt die Entwicklungstätigkeit nicht auf die Umsätze durch – die Verkaufszahlen fielen zuletzt deutlich. Hauptgrund dafür ist die staatliche Sparpolitik in Europa, die sich im Gesundheitssektor mit stark eingeschränkten Investitionen bemerkbar macht. Auch die Reform des Gesundheitssystems in den USA dämpft die dortigen Ausgaben für neue Geräte. Und Gesundheitsökonomen sehen in diesen Einschränkungen nicht nur einen vorübergehenden, sondern einen langfristig wirksamen Trend.

Diese Einbußen kann auch das solide Marktwachstum für medizinische Elektronikgeräte in Asien nicht kompensieren. Die Hersteller verkaufen dort vorwiegend preisgünstigere und technisch weniger aufwendigere Produkte. Dieses Segment macht bei Philips zwar immerhin 20 Prozent der Umsätze bei den Abbildungssystemen aus. Entscheidender für die zukünftigen Geschäfte ist aber die Entwicklung neuer Hightech-Geräte.

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