Ernährung

Vegetarische Männer leben länger als Fleischesser

Eine aktuelle Ernährungsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass Fleischesser früher sterben als Vegetarier. Das gilt aber scheinbar nur für Männer. Die Frage nach den gesundheitlichen Effekten einer fleischlosen Ernährung wartet nach wie vor auf eine klare Antwort.

Keine guten Nachrichten für passionierte Grillmeister: Fleischkonsum soll die Lebenserwartung bei Männern senken. (Foto: Flickr/digiparden)

Keine guten Nachrichten für passionierte Grillmeister: Fleischkonsum soll die Lebenserwartung bei Männern senken. (Foto: Flickr/digiparden)

Studien zu den gesundheitlichen Unterschieden zwischen Fleischessern und Vegetariern gibt es mittlerweile viele. Einen eindeutigen Beweis für die positiven Effekte einer fleischlosen Ernährung gibt es trotzdem noch immer nicht.

Eine aktuelle Untersuchung will nun wieder einmal einen nachweisbaren Nutzen von viel Obst und Gemüse gefunden haben. Die zweite Adventist Health Study (AHS-2) beruht dabei auf der Teilnahme von mehr als 73.000 Sieben-Tages-Adventisten. Mitglieder dieser Bewegung essen kein Schweinefleisch. Alkohol und Tabak sind ebenfalls tabu, ein Großteil ernährt sich komplett vegetarisch. Für ernährungswissenschaftliche Studien haben solche Gruppen den Vorteil, dass sie recht homogen sind. Lassen sich dabei Differenzen zwischen Vegetariern und Fleischessern finden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese tatsächlich auf die Ernährung zurückzuführen sind.

Etwas mehr als die Hälfte der zu Beginn etwa 57 Jahre alten Teilnehmer in AHS-2 hatte sich in einer Basisbefragung als Vegetarier ausgewiesen, berichtet die ÄrzteZeitung. Nach durchschnittlich sechs Jahren haben US-amerikanische Forscher an der kalifornischen Loma Linda University Zahl und Art der Todesfälle in den beiden Gruppen analysiert. In dieser Zeit waren 2570 Adventisten gestorben, das sind 3,5 Prozent. Etwa die Hälfte davon starb an kardiovaskulären Erkrankungen und ein Viertel an Krebs.

Bei Herausrechnung verschiedener potentieller Einflussfaktoren wie Alter, Alkohol- und Tabakkonsum, Bildungsgrad, Einkommen sowie körperliche Aktivität war die Sterberate bei den Vegetariern um zwölf Prozent niedriger als bei Fleischessern. Deutlich stärker war der Unterschied bei Männern: Hier lag die Sterberate sogar 18 Prozent unter jener der Fleischesser. Bei Frauen lag der Unterschied hingegen nur bei 7 Prozent.

Todesfälle durch kardiovaskuläre Erkrankungen waren bei den vegetarischen Männern sogar um 29 Prozent seltener. Bei Frauen war hierbei keine signifikante Differenz zu erkennen. Auch die Hoffnung, dass der Verzicht auf Fleisch vor Krebs schütze, ließ sich nicht bestätigen. Zwar war bei Vegetariern die Krebssterberate um 8 Prozent niedriger als bei Fleischessern, der Unterschied war aber nicht signifikant.

Die Forscher selbst geben zu bedenken, dass auch ihre Studie keine Sicherheit über die gesundheitlichen Auswirkungen des Vegetarismus zu Tage brachte. Die Beobachtungszeit sei nur kurz und die Zahl der Todesfälle in den Subgruppen recht klein gewesen, so die Wissenschaftler. Ob der Fleischverzicht also ein längeres Leben ermöglicht – und ob dies tatsächlich nur bei Männern der Fall ist – bietet also auch in Zukunft Stoff für wissenschaftliche Studien.

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