Weiterbildung

Allgemeinmediziner fordern Neuordnung der Ärzte-Weiterbildung

Die allgemeinmedizinische Weiterbildung muss nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin ganz neu organisiert werden. Hintergrund sind mutmaßliche Missstände bei der Vergabe von Fördermitteln.

Die Weiterbildung für Ärzte ist teuer. Darüber hinaus haben es junge Mediziner schwer, an Fördermittel zu kommen. (Foto: Flickr/ Life Mental Health)

Die Weiterbildung für Ärzte ist teuer. Darüber hinaus haben es junge Mediziner schwer, an Fördermittel zu kommen. (Foto: Flickr/ Life Mental Health)

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) drängt auf eine Neuordnung der allgemeinmedizinischen Weiterbildung. Ihrer Auffassung nach gelangen die Fördermittel nicht dorthin, wo sie gebraucht werden.

„Wir müssen die Vergabe der Fördermittel von den bisher zuständigen Institutionen lösen“, sagte DEGAM-Präsident Ferdinand M. Gerlach der ÄrzteZeitung. Er spricht damit vor allem die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und die Krankenhausgesellschaft an.

Es habe wiederholt Berichte aus KV-Regionen gegeben, nach denen Fördergelder von den Vertreterversammlungen blockiert wurden, sagte Gerlach. „In anderen Fällen wurde die Zahl geförderter Stellen von KV-Delegierten ad hoc beschnitten“, sagte der Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Universität Frankfurt/Main. Warum die Fördermittel nicht im vollen Umfang ausbezahlt wurden, ist bislang unklar.

Durch solche Methoden habe sich die Weiterbildungszeit verlängert. In Einzelfällen seien Ärzte vorübergehend arbeitslos geworden. „Solche Zustände sorgen für Negativschlagzeilen beim Nachwuchs und sind nicht akzeptabel“, so Gerlach weiter. Die DEGAM schlägt vor, Ärzte in Weiterbildung sollten die „ihnen gesetzlich zustehende Förderung für 60 Vollzeitmonate in Form eines persönlichen Weiterbildungsbudgets erhalten“.

Wer Facharzt für Allgemeinmedizin werden will, müsse sich bisher „irgendwie durchwursteln und ist auf sich alleine gestellt“. Das wolle die DEGAM ändern. Doch die nötige Infrastruktur, die eine hochwertige Begleitung der jungen Ärzte ermöglicht, koste Geld. Die Finanzierung dieser Struktur müsse bundeseinheitlich geregelt werden.

Die Aufwendungen für die universitär angebundenen Kompetenzzentren beliefen sich auf rund 1.700 Euro pro Jahr und Arzt in Weiterbildung. Das beinhalte auch Begleitseminare und Mentoring für die jungen Ärzte. Die DEGAM bringt zwei unterschiedliche Finanzierungsmodelle ins Spiel: Denkbar sei zum Beispiel die Erhebung eines Systemzuschlags im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung. „Oder die Mittel könnten einer Stiftung übertragen werden, die für die Verteilung sorgt“, so Gerlach.

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