Forschung

Computer können Missbrauch von Medikamenten stoppen

Neue technische Innovationen helfen Ärzten dabei, Suchpatienten von Schmerzpatienten zu unterscheiden. Missbrauch von süchtig machenden Medikamenten kann dadurch besser ausgeschlossen werden.

Eine neue Software kann es Ärzten erleichtern, zwischen Schmerzpatienten und suchtkranken Menschen besser zu unterscheiden. Denn bei der Behandlung sind Ärzte auf ihre Erfahrung angewiesen, gleichzeitig dürfen sie aber Patienten, die Schmerzen außerhalb einer Drogensucht haben, eine professionelle Schmerztherapie nicht verwehren.

Schmerzempfindungen sind nicht objektiv überprüfbar. Der Missbrauch von süchtig machenden Substanzen kann nur schwer ausgeschlossen werden. Das könnte sich bald ändern: Das Computerprogramm Prescription Drug Monitoring Program (PDMP) soll Abhilfe schaffen.

In das Programm sind die Ergebnisse einer Studie der Annals of Emergency Medicine eingeflossen, in der zwischen 2011 und 2013 die Daten von 544 Patienten aus zwei Notaufnahmen gespeichert wurden. Die Patienten stellten sich mit Kopf-, Rücken- oder Zahnschmerzen vor – allesamt Hauptindikatoren, die eine Verschreibung von Betäubungsmitteln erforderlich machen könnten. Die Ärzte verschrieben daraufhin in den meisten Fällen Opioide.

Anschließend konnten die Ärzte ihre Behandlung der Patienten mithilfe des PDMP überprüfen. Hat der Patient eine unglaubwürdige Krankengeschichte erzählt, kannte er die Namen des entsprechenden Medikaments oder gibt es keinen medizinischen Anhaltspunkt für die Verschreibung von BTM-Arzneien, dann rät das Programm auch davon ab.

In fast zehn Prozent aller Fälle änderten die Ärzte den Behandlungsplan für ihre Patienten. Bei 6,5 Prozent wurde die Medikation geändert. Drei Prozent erhielten gar keine Medikamente. Insgesamt verdächtigen Ärzte die Patienten aber häufiger, als das Computerprogramm dies tut.

Für die Ärzte stellt die Software eine Entscheidungshilfe dar, die sich zudem auf objektive Kriterien konzentriert und dabei helfen soll, stereotypische Verdächtigungen zu vermeiden.

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