Gesundheitssektor

Deutschland bei Gesundheitsausgaben im OECD-Mittelfeld

Bei den Pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheitsausgaben rangiert Deutschland nur im Mittelfeld der OECD-Staaten. Die Versorgungsleistung ist dennoch überdurchschnittlich gut. Trotz steigender Lebenserwartung sind einige gesundheitliche Risikofaktoren aber auf dem Vormarsch.

Deutschland liegt bei den Pro-Kopf-Ausgaben für die Gesundheit im Mittelfeld der OECD-Länder. Angaben in US Dollar, kaufkraftbereinigt. (Grafik: OECD, Gesundheitsdaten 2013)

Deutschland liegt bei den Pro-Kopf-Ausgaben für die Gesundheit im Mittelfeld der OECD-Länder. Angaben in US Dollar, kaufkraftbereinigt. (Grafik: OECD, Gesundheitsdaten 2013)

Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 11,3 Prozent der Wirtschaftsleistung für die Gesundheit aufgewendet. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) war damit nur in den USA (17,7 Prozent), den Niederlanden (11,9 Prozent) und in Frankreich (11,6 Prozent) größer. Durchschnittlich gaben die Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) 9,3 Prozent ihrer Wirtschaftskraft für Gesundheitsleistungen aus.

Bei den Pro-Kopf-Ausgaben liegt Deutschland im Mittelfeld, wie aus den aktuellen Gesundheitsdaten 2013 der OECD hervorgeht. 4.495 US-Dollar je Einwohner bedeuten den neunten Rang unter den verglichenen Ländern. Die höchsten Pro-Kopf- Gesundheitsausgaben verzeichneten die Vereinigten Staaten mit 8.508 Dollar, gefolgt von Norwegen, der Schweiz und den Niederlanden.

Im Zeitraum zwischen 2000 und 2010 stiegen die deutschen Gesundheitsausgaben relativ konstant um durchschnittlich zwei Prozent pro Jahr, unter Einberechnung der Inflation. 2011 verlangsamte sich das Wachstum auf real 1,1 Prozent. Damit unterscheidet sich die Lage hierzulande von vielen europäischen Staaten, die besonders hart von den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise getroffen wurden.

In fast allen OECD-Ländern werden die Gesundheitsausgaben überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert. Ausnahmen sind neben Chile und Mexico vor allem die USA, wo der Anteil des öffentlichen Sektors unter 50 Prozent lag. In Deutschland lag der öffentliche Anteil 2011 bei 76,5 Prozent und damit über dem OECD-Durchschnitt von 72,2 Prozent.

Was den Versorgungsstand angeht, befindet sich Deutschland bei allen Vergleichskriterien deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Im Jahr 2011 kamen hier auf 1.000 Einwohner 3,8 Ärzte, verglichen mit 3,2 Ärzten je 1.000 Einwohner im OECD-Durchschnitt. Der Versorgungsgrad mit Krankenhausbetten ist in Deutschland traditionell mit am höchsten. Für die stationäre Versorgung in Krankenhäusern (inkl. Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen) kamen im Jahr 2011 8,3 Betten auf 1.000 Einwohner. Der OECD-Durchschnitt lag bei 4,8 Betten je 1,000 Einwohner.

Auch bei der Lebenserwartung liegt Deutschland vorne. Im Jahr 2011 lag die Lebenserwartung bei Geburt für die gesamte Bevölkerung bei 80,8 Jahren. Von einer längeren Lebensdauer können nur die Schweizer mit 82,8 Jahren und die Japaner und Italiener mit jeweils 82,7 Jahren ausgehen.

Bei typischen gesundheitlichen Risikofaktoren zeigt sich ein zwiespältiges Bild. Der Anteil der Raucher ist in Deutschland von 28,5 Prozent im Jahr 1978 auf 21,9 Prozent im Jahr 2009 zurückgegangen. Fettleibigkeit hat hingegen in den letzten Jahrzehnten in allen OECD-Ländern zugenommen, wenngleich es zwischen den einzelnen Ländern nach wie vor erhebliche Unterschiede gibt. In Deutschland belief sich die auf Eigenangaben beruhende Fettleibigkeitsrate in der Erwachsenenbevölkerung auf 14,7 Prozent. Unter den OECD-Ländern weisen die Vereinigten Staaten mit 28,5 Prozent im Jahr 2011 die mit Abstand höchste Fettleibigkeitsrate auf. Die zunehmende Verbreitung von Adipositas deutet auf eine Zunahme von Gesundheitsproblemen in der Zukunft hin – beispielsweise Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen – und damit auch auf steigende Kosten bei der Gesundheitsversorgung.

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