Impfung

Gesundheitsminister Bahr will Zwangsimpfung prüfen

Nur jedes dritte Kind ist gegen Masern geimpft. Mediziner raten zu der vorbeugenden Maßnahme. Daniel Bahr will aktiv werden. Vor allem bei jungen Eltern herrscht Skepsis über die Notwendigkeit der Impfung.

Die Geschichte der Impfung ist eine Erfolgsstory. Bei Masern ist dieses Bewusstsein bei vielen Deutschen abhanden gekommen. (Foto: Flickr/Daniel Paquet)

Die Geschichte der Impfung ist eine Erfolgsstory. Bei Masern ist dieses Bewusstsein bei vielen Deutschen abhanden gekommen. (Foto: Flickr/Daniel Paquet)

Gesundheitsminister Daniel Bahr will die Möglichkeiten einer Impfpflicht gegen Masern überprüfen lassen. In den vergangenen Monaten häuften sich die Fälle, der an Masern erkrankten Kinder und Erwachsenen. Im laufenden Jahr wurden bereits 1.070 Infektionen gemeldet. Die meisten davon in Bayern (478) und Berlin (400). In 2012 waren es nur 150. Masern sind hoch ansteckend und können auch zum Tode führen.

Der Gesundheitsminister überprüft nun, ob auch nicht geimpfte Kinder bei Bedarf vom Unterricht ausgeschlossen werden könnten. Bislang gilt diese Regelung nur für erkrankte Kinder. Desweiteren soll die Impfprüfung bereits vor der Aufnahme in den Kindergarten durch die Gesundheitsämter erfolgen und nicht erst bei der Einschulung.

Sollte sich die Impfquote nicht binnen eines Jahres verbessern, müsse über die Einführung einer Impfpflicht nachgedacht werden, sagte Unionsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) der Rheinischen Post. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht das ähnlich: Der Nutzen der Impfung gegen Masern übertreffe die möglichen Risiken und Nebenwirkungen bei Weitem, berichtet die SZ.

Als harmlose Nebenwirkungen gelten Rötungen, Schmerzen und Schwellungen. Diese sind jedoch auf die Injektion, nicht aber auf den Wirkstoff (MMR) zurückzuführen. Weitere Nebenwirkungen können in Form von allergischen Reaktionen oder Atemwegserkrankungen auftreten. Aber auch hier kann die Erkrankung andere Ursachen als die Wirkung des Impfstoffes haben.

Direkt mit dem Wirkstoff steht die Erkrankung von Impfmasern in Zusammenhang, die in fünf Prozent der Fälle und bis zu zehn Tage nach der Impfung auftreten können. Die Symptome treten jedoch in diesem Fall in der Regel in abgeschwächter Form auf.

Aufgrund dieser Nebenwirkungen zweifeln manche Eltern an der Notwendigkeit der Impfung. Einerseits wollen junge Eltern alternativmedizinische Methoden überprüfen, andererseits herrscht Skepsis gegenüber der Pharmaindustrie oder es fehlt an Vertrauen in staatliche Einrichtungen und der sogenannten Schulmedizin.

Daher kommt es in Deutschland immer wieder zu kleineren Epidemien. Und das, obwohl die Masern in Finnland und sogar in nahezu ganz Afrika ausgerottet sind. Um das in Deutschland zu erreichen, müssten sich 95 Prozent der Deutschen impfen lassen. Derzeit ist nur jedes dritte Kind gegen Masern geimpft. Das ist noch ein weiter weg.

Die Verantwortung für die Impfung der Kinder liegt aber immer noch bei den Eltern. Zwingen könne man die Eltern nicht. „Sollen Eltern, die sich gegen die Impfung ihrer Kinder weigern, ins Gefängnis?“ Das sei „Unsinn“, sagte der FDP-Obmann des Gesundheitsausschusses Josef Ackermann. Die Freiwilligkeit muss gewährleistet bleiben.

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  1. „Als harmlose Nebenwirkungen gelten Rötungen, Schmerzen und Schwellungen. Diese sind jedoch auf die Injektion, nicht aber auf den Wirkstoff (MMR) zurückzuführen. Weitere Nebenwirkungen können in Form von allergischen Reaktionen oder Atemwegserkrankungen auftreten. Aber auch hier kann die Erkrankung andere Ursachen als die Wirkung des Impfstoffes haben.“

    Ganz so Harmlos hört sich das nicht an. Zu dem sagt ja niemand was gegen den Wirkstoff. Das Problem ist was noch alles in den Impfung untergejubelt wird. z.B. Aluminum, Quecksilber, und andere hochst giftige Stoffe.

    Imformiert euch! Impfen Tötet!