Ärzteschaft

Ärzte kritisieren Marketing-Maßnahmen der Krankenkassen

Die Krankenkassen sollten weniger Geld für eigene Präventionsprogramme und Marketing ausgeben. Stattdessen solle mehr Geld an die Ärzte fließen, fordert deren Interessenverband.

Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat die gesetzlichen Krankenkassen scharf kritisiert. Zum einen würden Marketing-Maßnahmen großzügig finanziert, bei sinnvollen Eingriffen hingegen würde die Kostenübernahme verweigert.

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen will erreichen, dass mehr vom eingezahlten Geld der gesetzlich Versicherten an die Ärzte fließt. (Foto: Flickr/micora)

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen will erreichen, dass mehr vom eingezahlten Geld der gesetzlich Versicherten an die Ärzte fließt. (Foto: Flickr/micora)

„Bonusvergütungen an Versicherte sowie Leistungen, die nicht zur Gesundheitsversorgung der Patienten dienen, müssen beendet werden“, so ein KVN-Antrag. Diese Mittel sollten der medizinischen Versorgung zur Verfügung stehen.

Viele Präventionsprogramme der Krankenkassen hätten eher Ähnlichkeit mit einem attraktiven Freizeitangebot und dienten allein Werbezwecken, sagte KVN-Vorsitzender Mark Barjenbruch. Die vorbeugende Wirkung dieser Programme sei fragwürdig.

„Anstatt unseren Patienten für eine Beitragsrückerstattung Normalgewicht oder Nichtrauchen mit einem Stempel im Bonusheft zu attestieren, sollte die individuelle Beratung des betreuenden Arztes besser vergütet werden“, so der stellvertretende KVN-Vorsitzende Jörg Berling.

Zudem kritisiert der KVN-Vize, dass Krankenkassen Leistungen immer öfter verweigerten. „Jeder Versicherte, der Monat für Monat seine Krankenversicherungsbeiträge zahlt, erwartet zu Recht, dass er Medikamente, Heil- und Rehabilitations-Maßnahmen von seiner Krankenkasse bezahlt bekommt und Krankengeld erhält“, so Berling. Doch das sei mittlerweile nicht mehr selbstverständlich, wie die zunehmenden Patientenbeschwerden zeigten.

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