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GlaxoSmithKline räumt Gesetzesverstöße in China ein

Mitarbeiter des Pharmakonzerns sollen Ärzte mit Geld und Geschenken bestochen haben, bestimmte Arzneien zu verschreiben. Auch andere westliche Pharmakonzerne stehen in China unter Korruptionsverdacht.

GlaxoSmithKline (GSK), einer der weltweit größten Pharmakonzerne, hat ein Fehlverhalten seiner Mitarbeiter eingeräumt. Die Ermittlungen der chinesischen Behörden gegen westliche Pharmaunternehmen weiten sich aus.

GSK ist nicht der einzige westliche Pharmakonzern, der derzeit ins Visier der chinesischen Behörden geraten ist. (Foto: Flickr/Ian Wilson)

GSK ist nicht der einzige westliche Pharmakonzern, der derzeit ins Visier der chinesischen Behörden geraten ist. (Foto: Flickr/Ian Wilson)

Hochrangige in China tätige Manager hätten anscheinend „außerhalb unserer Abläufe und Kontrollen“ agiert, zitiert die FT Abbas Hussain, den GSK-Chef für internationale Geschäfte. Dadurch hätten sie gegen chinesische Gesetze verstoßen.

Hussain kündigte an, dass GSK die Preise seiner Arzneimittel in China senken werde. So will er das Wohlwollen der chinesischen Regierung gewinnen. Zudem entschuldigte sich der GSK-Manager während eines Gesprächs mit der chinesischen Regierung.

Der Vorfall zeigt den steigenden Machtwillen der chinesischen Behörden, ausländische Unternehmen zunehmend härter zu regulieren.

Gegen GSK wird wegen angeblicher Bestechung und Steuervergehen ermittelt. Der Konzern soll Ärzte mit Geld und Geschenken dazu gebracht haben, seine Arzneien zu verschreiben. Dabei soll GSK Reisebüros und Beratungsunternehmen als Vermittler genutzt haben. Die chinesische Polizei hat vier GSK-Manager festgenommen und einem fünften die Ausreise untersagt.

Neben GSK haben auch verschiedene andere westliche Pharmakonzerne das Reisebüro Shanghai Linjiang International Travel Agency zu Vermittlungszwecken genutzt, darunter die europäischen Unternehmen Roche und Sanofi sowie die US-Konzerne Novartis und Merck. Alle Unternehmen brachen die Verbindungen zu dem Reisebüro ab, nachdem die Korruptionsermittlungen eingesetzt hatten.

GSK verzeichnete im zweiten Quartal einen Anstieg der Umsätze in China um 14 Prozent. Aufgrund der laufenden Ermittlungen erwartet das Unternehmen nun allerdings, dass sein Ergebnis beeinträchtigt werden könnte.

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