Therapie

Transplantation: Infizierte Nieren bergen Krebsrisiko

Das Medikament Ganciclovir wirkt der Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus entgegen, das oft in Spendernieren enthalten ist. Die Infektion gilt bei Kindern als Krebsrisiko.

Spendernieren enthalten oft den Epstein-Barr-Virus. Wenn Kinder bei der Transplantation damit infiziert werden, erhöht dies ihr Krebsrisiko. (Foto: Flickr/Tareq Salahuddin)

Spendernieren enthalten oft den Epstein-Barr-Virus. Wenn Kinder bei der Transplantation damit infiziert werden, erhöht dies ihr Krebsrisiko. (Foto: Flickr/Tareq Salahuddin)

Fast jedes vierte Kind, das eine Spenderniere erhält, wird bei der Transplantation mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) infiziert. Die EBV-Infektion erhöht die Gefahr, dass die Kinder an Lymphdrüsenkrebs erkranken. Das Anti-Virus-Medikament Ganciclovir wirkt der Infektion entgegen.

Bei etwa der Hälfte der Kinder, die eine EBV-positive Niere erhalten hatten, konnte Ganciclovir eine entsprechende Infektion verhindern. Zu diesem Ergebnis kommen die Heidelberger Kinderärzte Britta Höcker und Burkhard Tönshoff, berichtet die ÄrzteZeitung.

Weltweit sind fast alle Erwachsenen mit dem Herpesvirus EBV infiziert. Die Infektion findet meist schon im Kindesalter statt und verläuft meist ohne oder mit milden Symptomen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann die EBV-Infektion das Pfeiffer-Drüsenfieber mit grippeähnlichen Symptomen hervorrufen.

Unmittelbar nach einer Organtransplantation wird das Immunsystem des Patienten zum Schutz des neuen Organs etwas unterdrückt.

„Gerade jüngere Kinder sind häufig noch nicht mit EBV in Kontakt gekommen. Die Spenderorgane stammen aber in der Regel von Erwachsenen, die fast alle EBV-positiv sind“, sagt Höcker. Bei bis zu zehn Prozent komme es dadurch zu bösartigen Veränderungen der Lymphozyten.

„Um Lymphdrüsenkrebs vorzubeugen, muss seine Ursache, also die EBV-Infektion, verhindert oder eingedämmt werden“, so Tönshoff. Die 20 Patienten der Studie waren zum Zeitpunkt der Transplantation nicht infiziert und erhielten EBV-positive Spendernieren. Bei elf Kindern verhinderte Ganciclovir die EBV-Infektion. Bei neun Kindern vermehrten sich die Viren nur wenig.

„Wir empfehlen daher bei allen Risikopatienten eine Viren-Prophylaxe“, sagt Höcker.

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