Arzneimittel

Britischer Pharmakonzern entwickelt Marihuana-Medikament

Diabetes und Epilepsie könnten bald mit Medikamenten behandelt werden, die aus der Cannabis-Pflanze gewonnen werden. GW Pharmaceuticals hat bereits ein Mundspray auf den Weg gebracht, dass den Wirkstoff THC enthält und bei multipler Sklerose eingesetzt wird. Weitere Medikamente sollen folgen.

Cannabis kann bald auch als Grundstoff für die Herstellung von Diabetes-Medikamenten verwendet werden. (Screenshot: Bloomberg)

Cannabis kann bald auch als Grundstoff für die Herstellung von Diabetes-Medikamenten verwendet werden. (Screenshot: Bloomberg)

Für medizinische Zwecke eingesetztes  Marihuana lindert Schmerzen und mildert Übelkeit. Der britische Pharmahersteller GW Pharmaceuticals will diese Eigenschaften dazu verwenden, Krankheiten wie Diabetes, Darmerkrankungen und Epilepsie zu behandeln, berichtet Bloomberg Businessweek.

GW ist derzeit die einzige Pharmagruppe in der Welt, die ein Medikament auf den Markt gebracht hat, dass den bewusstseinsverändernden Wirkstoff aus der Cannabis-Pflanze bezieht und nicht aus synthetischen Ersatzstoffen. Bei dem Medikament handelt es sich um ein Mundspray mit dem Namen Sativex, dass von Behörden in acht Ländern Europas zugelassen worden ist. Damit sollen Krampfanfälle bei multipler Sklerose behandelt werden.

GW zielt aber auf die Positionierung von Cannabis-Produkten auf einem noch viel größeren Markt ab. Dieses Jahr soll die zweite klinische Prüfung eines Cannabis-Medikamentes stattfinden, das zur Behandlung von Diabetes Typ 2 eingesetzt werden soll. Der Name des Medikaments ist Tetrahydrocannabivarin-9, es soll die Produktion von Insulin verbessern und den Blutzuckerspiegel zwischen den Mahlzeiten senken können.

Über 371 Millionen Menschen könnten von diesem Medikament profitieren. Diabetes-Typ2-Patienten „könnten potentiell für längere Zeit mit einer oralen Therapie behandelt werden und würden keine Injektionen brauchen“, sagte Mike Cawthorne, Berater bei GW und Direktor für Stoffwechselforschung an der University of Buckingham.

Die neuen Produkte könnten jedoch noch an den Zulassungsbehörden der verschiedenen Staaten scheitern. Es können nämlich Nebenwirkungen auftreten, in denen Rezeptoren im Gehirn blockiert werden, die eine positive Stimmung auslösen. Dies kann vereinzelt zu Paranoia und Depressionen führen.

Das Mittel gegen Diabetes ist jedoch nur eines von weiteren Produkten, die GW entwickeln will. Medikamente gegen Epilepsie, Darmerkrankungen und ein Schmerzmittel für Krebskranke sind in Planung. Patienten, die diese sich noch in der Entwicklung befindenden Medikamente verschrieben bekommen, werden aber keine psychischen Nebenwirkungen in Zusammenhang mit THC erfahren, da dieser Wirkstoff nicht in den Medikamenten enthalten sein wird. Es gibt noch 59 andere Inhaltsstoffe in der Cannabis-Pflanze, die nicht auf das Bewusstsein einwirken.

Kommentare

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  1. „Dies kann vereinzelt zu Paranoia und Depressionen führen.“

    Dazu sollte man man wissen das hier „vereinzelt“ 1 Person von ca 2500 ist , bei Antidepressivas zB. die speziell wie der Name bereits suggeriert gegen depressionen entwickelt wurden , treten in mehr als 1 von 100 Fällen Suizidale gedanken auf und bei mehr als 1 von 1000 sogar Psychosen , als Antidepressiva würde Cannabis wahrscheinlich bei einem großteil der Menschen bessen wirken als Pharmazeutische Produkte wie Zoloft etc. Da die Nebenwirkungen bekanntermaßen deutlich geringer sind ist wahrscheinlich die Tatsache das man Cannabis nicht patentieren und die Pharmakonzerne kein Geld damit erwirtschaften können das größte Problem was Medizinisches Cannabis haben wird , viele Medikamente würden vom Markt verschwinden und zu Milliardenverlusten führen , während die Krankenkassen massiv Geld sparen da Cannabis Produkte sehr günstig herzustellen sind.