DGZMK setzt mit Gründung der Agentur für Wissenschaftsförderung neue Forschungsimpulse

Dr. Fabian Langenbach leitet in Berlin die neue AWZMK und will „flächendeckenden Beitrag zum…

Düsseldorf/Berlin. Neue Wege in der zahnmedizinischen Forschungsförderung: Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) hat in Berlin die Agentur für Wissenschaftsförderung in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (AWZMK) gegründet und will so frische Impulse für eine ihrer satzungsmäßigen Kernaufgaben setzen (s.a. nebenstehendes Interview mit Prof. Schliephake). "Auch die Wissenschaftsförderung hat sich in den vergangenen zehn Jahren weiter entwickelt, die Einwerbung von Drittmitteln ist immer schwieriger geworden", beschreibt Dr. Fabian Langenbach (30) als Leiter der AWZMK die Ausgangslage. Zudem habe die Grundfinanzierung an den Kliniken in den vergangenen Jahren stetig abgenommen, wodurch die Notwendigkeit gewachsen sei Gelder von Außen einzuwerben. "Die Bewilligungsquoten der eingereichten Projekte bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sind seit 2009 um durchschnittlich ca. 25 Prozent gesunken", so der studierte Biologe. Aus dieser Faktenlage habe sich der Bedarf für die Gründung einer Agentur wie der AWZMK ergeben (s.a.  www.awzmk.de).

Die deutsche und die europäische Forschungslandschaft bilden ein weites und schwer überschaubares Feld, die geeigneten Fördertöpfe sind mitunter schwer zu finden. Hierbei versteht sich die AWZMK im Gespann mit ihrem Partner, der seit Jahren in der Projekt- und Forschungsförderung erfolgreichen Agentur "Innovationslabor", als hilfreicher Lotse, der spezielle Forschungsaufgaben mit geeigneten Förderprogrammen oder passenden Kooperationspartnern aus der Industrie zusammenführt. "Mich reizt an dieser Aufgabe, aus der Rolle des Forschers herauszugehen und einen flächendeckenden Beitrag zum Wissenschaftsbetrieb insgesamt zu leisten", erläutert Langenbach seine persönliche Herausforderung an der zur Jahresmitte angetretenen Aufgabe. "Dabei möchte ich aus meinen Erfahrungen in der Promotionsphase an der MKG-Klinik in Düsseldorf eigenes Forscher-Know-How mit einbringen und helfen, die jeweiligen Fachbereiche voran zu bringen." Als wissenschaftlicher Mitarbeiter hat er hier über fünf Jahre Erfahrung gesammelt.

Zu den in einer Agenturpräsentation formulierten Zielen der AWZMK zählen "die Erschließung der europäischen und nationalen Fördermittellandschaft", um damit "Forschung und Innovation in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde zu unterstützen". Gleichzeitig soll die Kooperation zwischen forschungsinteressierten Mitgliedern der DGZMK, interdisziplinären Forschungsgruppen und innovativen Unternehmen gefördert werden. Dabei übernimmt die Agentur "die Initiierung, Koordination und kollaborative Ausarbeitung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten für Mitglieder der DGZMK und deren Projektpartner". Gleichzeitig übernimmt die AWZMK die Beschreibung und Beurteilung wissenschaftlicher Aspekte der Projektidee und nimmt einen Abgleich mit den jeweiligen Förderbedingungen vor. "Die Initiative zur AWZMK geht übrigens auf eine Idee von Alexander Ammann vom Quintessenz-Verlag zurück, der auch den Kontakt zu unserem Kooperationspartner, der Agentur 'Innovationslabor', hergestellt hat", erläutert DGZMK-Präsident Prof. Schliephake. "Die DGZMK ist für diesen Impuls sehr dankbar, denn das Potenzial dieser Idee ist immens."

Eine der großen Schwierigkeiten bei angestrebten Fördergeldern ist der schier unüberschaubare Fächer aus über 2000 verschiedenen Förderprogrammen von Projektträgern auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene. Die Agentur identifiziert aus diesem Angebot das am besten passende Programm für das jeweilige Projekt. "Wir raten dringend dazu, sich mit seinem Projekt nicht in ein bestimmtes Förderprogramm zwängen zu lassen. Denn dabei geht häufig Substanz verloren", erläutert Langenbach.

Ähnlich schwierig gestaltet sich oft auch die Suche nach Kooperationspartnern aus Forschung und Industrie. Auch hier hilft die Agentur, die richtigen Mitspieler zu finden, die auch die spezifischen Anforderungen für Förderprogramme erfüllen: "Wir kennen die Fördervoraussetzungen, die Unternehmen erfüllen müssen, und wir kennen die passenden Unternehmen", verspricht Langenbach.

Grob lässt sich die Arbeit der AWZMK in drei Phasen einteilen: zunächst erfolgt eine Eingangsberatung. Die kann sich auf eine ausgeschriebenes Förderprojekt beziehen, für das die Agentur geeignete Forschungsinstitutionen anspricht und deren Möglichkeiten einer Projektbeteiligung erörtert. In einem solchen Fall endet sie mit Abschluss eines Beratervertrags mit der AWZMK sowie der Aufnahme in ein Verbundprojekt mit Partnern aus Industrie und Forschung. Alternativ fußt die Eingangsberatung auf einer konkreten Projektidee, etwa einer Uniklinik, die zum Thema Tumorstammzellen forschen möchte. Hier wird die Kompatibilität zu Förderprogrammen geprüft, anschließend folgt der Abschluss eines Beratervertrages mit der Agentur, die einen Vorschlag für ein geeignetes Förderprogramm  formuliert (z.B. DFG Sachbeihilfe).

Die zweite Phase, die Antragsphase, umfasst die gemeinsame Ausarbeitung der Projektidee/-skizze mit den Beteiligten, die Umsetzung in bewilligungsreife Unterlagen sowie die Einreichung des Antrags und Kommunikation mit dem jeweiligen Projektträger (z.B. DFG oder bei Industriekooperationen das BMWi). Auch bei der dritten Phase, dem Projektmanagement, übernimmt die AWZMK das Monitoring und hilft bei der Ausarbeitung von Abschlussberichten oder leistet Hilfe bei Nachforderungen oder Folgeprojekten. "Ein kompletter Rundum-Service, den wir da anbieten", fasst Dr. Fabian Langenbach zusammen. Die Agentur stellt daneben aber auch Einzeldienstleistungen auf Honorarbasis zur Verfügung, etwa die Evaluierung von Projektideen oder Recherche nach geeigneten Projektpartnern oder Förderprogrammen.

Nach einer Anschub von zwei Jahren, bei denen die DGZMK die Kosten übernimmt, soll die AWZMK finanziell unabhängig sein. "Wir müssen die Grundlagenforschung vorantreiben, natürlich auch über DFG-Projekte", so Langenbach. Es gebe Bedarf nach neuen Geräten oder Instrumenten. "Wenn es uns etwa gelingt, einer Klinik zu helfen, geeignete Kooperationspartner zu finden, erzielen wir dadurch höhere Förderquoten und damit auch den Erfolg der Agentur. Das wäre dann auch ein Erfolg für die gesamte DGZMK", schaut Langenbach zuversichtlich in die Zukunft. 

          

 

 

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